Letzte Aktualisierung: 28. Mai 2026
Pressemitteilung
Sperrungen und Engpässe auf der Brennerroute erhöhen Handlungsdruck / Brossardt: „Brennerbasis-Tunnel für Entlastung zentraler Verkehrsader unverzichtbar“
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Im Vorfeld der Sperrung von Autobahn, Bundesstraße und Nebenstrecken am Brenner zwischen Österreich und Italien am kommenden Wochenende warnt die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. vor den Folgen für die Wirtschaft. „Störungen auf der von Pkw, Lkw und Bussen viel befahrenen Brennerroute wie diese machen umso deutlicher, wie wichtig das geplante Brenner-Basistunnel-Projekt für Bürger und Bürgerinnen der umliegenden Gemeinden, Reisende und die Wirtschaft gleichermaßen ist“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Die Verkehrslage am Brenner sieht die bayerische Wirtschaft seit Jahren kritisch. Der Brenner ist der am stärksten genutzte Übergang im Alpenraum. Auf Straße und Schiene werden jährlich mehr als 50 Millionen Tonnen Waren zwischen dem Freistaat, Österreich und Italien befördert. „Die Hauptlast des Frachtvolumens mit rund 70 Prozent liegt auf der Straße. Seit Jahren steuern wir auf einen Verkehrskollaps im alpenquerenden Verkehr zu. Durchfahrtsbeschränkungen und Engpässe auf der Brennerroute erhöhen den Handlungsdruck“, unterstreicht Brossardt.
Stephan Doppelhammer, Hauptgeschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) e. V., führt aus: „Italien ist mit einem Handelsvolumen von rund 30 Milliarden Euro Bayerns viertwichtigster Handelspartner. Umso gravierender wirken sich Sperrungen, Fahrverbote und Engpässe auf der Brennerroute auf Wirtschaft und Lieferketten aus – insbesondere an Feiertagen und in den Ferien. Dass die Versorgung von Industrie, Handel und Bevölkerung dennoch zuverlässig funktioniert, ist eine tägliche logistische Meisterleistung. Klar ist: Um wirtschaftliche Schäden so gering wie möglich zu halten, brauchen wir alle Verkehrsträger – Straße, Schiene und den kombinierten Verkehr gleichermaßen.“
Die Geschäftsführerin des LBS – Landesverband Bayerischer Spediteure e. V., Sabine Lehmann, betont: „Das Verkehrsaufkommen auf dieser leistungsstärksten Alpenquerung wächst stetig. Die Sicherstellung der Lieferketten ist eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der die politisch Verantwortlichen auf allen Seiten endlich Kompetenz und Durchsetzungswillen für ambitionierte, aber vor allem auch umsetzbare Szenarien zeigen müssen. Bei allem Verständnis für die aktuellen Verkehrsbelastungen: Demonstrationen und Fahrverbote sind der falsche Weg. Wir stehen in der Verantwortung für die Menschen im bayerischen Inntal sowie in unseren Nachbarregionen und für ganz Europa, die darauf vertrauen, dass alle ihren Teil der Last übernehmen.“
Zur Bedeutung des Brenners für den Transport von Personen ergänzt Stephan Rabl, Geschäftsführer Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) e. V.: „Aktuell befördern zehntausende Busse jährlich mehrere Millionen Menschen über den Brenner und entlasten die Route nachhaltig vom Pkw-Verkehr. Im Brenner-Basistunnel sehen wir den entscheidenden Hebel, um alpenquerende Reisen mit dem Bus noch schneller und attraktiver zu gestalten.“
Nach Überzeugung der vbw können nur der Brenner-Basistunnel und seine Zuläufe langfristig einen reibungslosen Güter- und Personenverkehr sicherstellen. Der vbw Hauptgeschäftsführer macht deutlich: „Das Projekt ist in seiner strategischen Bedeutung für den freien und klimaschonenden Personen- und Warenverkehr in Europa nicht zu unterschätzen und muss endlich zügig und vollständig umgesetzt werden. Eine Grundsatzentscheidung zur Trassenführung auf deutscher Seite, die den Weg für eine rasche Umsetzung freimacht, ist überfällig.“