Aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. setzt die Europäische Kommission zu Recht auf bessere Finanzierungsbedingungen für Unternehmen in Europa. „Europas Kapitalmärkte sind zu wenig integriert, die Finanzmarktregeln engen die Unternehmen zu sehr ein, die Kreditvergabe wird gebremst und das Beihilferecht ist zu unflexibel. Das müssen wir ändern. Unsere globale Wettbewerbsfähigkeit steht auf dem Spiel und es gilt, große Transformationsaufgaben erfolgreich zu bewältigen. Dabei können die richtigen finanziellen Rahmenbedingungen den entscheidenden Unterschied machen“, betonte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt bei einem gemeinsamen Roundtable mit der EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen und die Spar- und Investitionsunion, Maria Luís Albuquerque sowie Vertretern der Wirtschaft.
Die vbw setzt auf ein Bündel an finanzmarktpolitischen Stellschrauben, um die Unternehmensfinanzierung in Europa zu stärken. „Zuallererst brauchen wir einfachere Regelwerke zur ‚Sustainable Finance‘. Zudem ist eine Finanzmarktaufsicht notwendig, die Maß hält und sich mit Auflagen zurückhält. Außerdem müssen wir dringend Impulse setzen, um die Kreditmärkte zu beleben. Die Förderlandschaft muss auch investitionsintensive Transformations- und Wachstumsstrategien über längere Zeiträume abbilden können. Auf neue Belastungen muss dagegen konsequent verzichtet werden: Marktschädliche Vorhaben wie eine Sondersteuer für größere Unternehmen sind Ideen, die die europäische Wirtschaft sicher nicht braucht“, so Brossardt.
Abschließend sagte Brossardt: „Mit der Spar- und Investitionsunion und ihrer Start-Up-Initiative will die Kommission erfreulicherweise bessere Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen in Europa schaffen. Dabei erwarten wir jetzt schnelle Fortschritte, die wir gerne unterstützen. Insgesamt müssen wir vor allem die Finanzmittel freisetzen, die für Transformation und Wachstum in der EU benötigt werden. Die richtigen finanziellen Rahmenbedingungen bringen unternehmerischen Erfolg und sichern unseren europäischen Wohlstand. Wir danken der Kommissarin für die wohltuende Darstellung, wie der europäische Finanzmarkt effizienter gestaltet werden kann.“