Letzte Aktualisierung: 25. Juni 2026
Pressemitteilung
Innovative und wandlungsfähige Unternehmen in der Oberpfalz trotzen der Krise / Helmberger: „Bundesregierung braucht Mut und Durchsetzungskraft für echte Reformen“
Inhalt teilen
Im Rahmen eines Pressegesprächs der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. diskutierten Unternehmensvertreter aus der Oberpfalz, wie es trotz großer Herausforderungen für die Wirtschaft gelingt, die Transformation mit Blick auf Dekarbonisierung, demografischen Wandel, Deglobalisierung und Digitalisierung aktiv und erfolgreich zu gestalten. „Eine Studie, die das IW Köln im Auftrag der vbw kürzlich erstellt hat, zeigt: Bayern ist aufgrund seiner energieintensiven Industriestruktur und seiner tiefen internationalen Handelsverflechtungen im Zuge der Transformation weitaus mehr gefordert als die anderen Bundesländer. In vielen Bereichen ist der Freistaat bereits gut aufgestellt. Die Voraussetzungen, das Potenzial der Transformation zu nutzen, sind in Bayern deutlich besser als andere Bundesländern“, unterstrich Johannes Helmberger, Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Oberpfalz.
Allerdings bereitet der vbw eine andere Entwicklung zunehmend Sorgen: die Deindustrialisierung. Rund ein Viertel der Wertschöpfung im Freistaat erbringt das verarbeitende Gewerbe. In der Oberpfalz sind es sogar 30 Prozent – vor zehn Jahren lag der Anteil noch um drei Prozent höher. Vom Erfolg der Industrie hängen auch Arbeitsplätze in der Dienstleistungsbranche ab, und die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den Regierungsbezirken sind eng. „Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts hat in den letzten Jahren deutlich gelitten. Hohe Energiepreise und Arbeitskosten sowie eine ständig steigende Belastung durch bürokratische Vorgaben haben die Gewinne von Unternehmen schrumpfen lassen und schränken den Spielraum für Zukunftsinvestitionen ein“, so Helmberger. Die Bewertung von fünf wesentlichen Standortfaktoren sei in den vergangenen zwölf Jahren merklich zurückgegangen. Das gelte sowohl für den gesamten Freistaat als auch für die Oberpfalz. Unternehmensbefragungen in der Region zufolge, wird vor allem das sogenannte Verwaltungshandeln kritisiert. Die bürokratischen Auflagen öffentlicher Stellen sowie die Zulassungs- und Genehmigungsverfahren werden inzwischen deutlich belastender wahrgenommen. 2013 bewertete die Oberpfälzer Wirtschaft das Verwaltungshandeln noch mit der Schulnote 3,4, im Jahr 2025 nur noch mit 4,1. Helmberger betonte: „Die Politik muss dringend dafür sorgen, dass sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen zügig verbessern. Von der Bundesregierung erwarten wir endlich einen gezielten Reformwillen und effektive Umsetzungsstärke bei notwendigen Gesetzesvorhaben und Maßnahmen zur raschen und nachhaltigen Verbesserung der Standortbedingungen für die Wirtschaft.“
Trotz der schwierigen Lage gibt es in der Oberpfalz zahlreiche Unternehmen, welche die Transformation aktiv, innovativ und erfolgreich vorantreiben. Beispielhaft erklärten Andreas Fundeis, Geschäftsführer Gefasoft Automatisierung und Software GmbH, und Konrad Senn, Head of Global Search & Development, Krones AG, in Regensburg, wie ihnen dies gelingt.
Andreas Fundeis, Geschäftsführer bei der Gefasoft Automatisierung und Software GmbH, erläuterte: „Die Transformation verstehen wir als Chance, unsere technologische Kompetenz auf neue Märkte und Anwendungen zu übertragen. Während wir unsere langjährigen Kunden im Automotive-Bereich weiterhin erfolgreich begleiten, bauen wir gezielt neue Geschäftsfelder in Branchen wie Medizintechnik, Defense, Energie und Elektronik auf und entwickeln innovative Lösungen mit Produktcharakter. Damit mittelständische Technologieunternehmen diese Zukunftsinvestitionen weiterhin am Standort Deutschland tätigen können, benötigen wir wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und einen fairen internationalen Wettbewerb. Gerade im globalen Wettbewerb mit staatlich geförderten Anbietern aus anderen Regionen der Welt muss die Politik dafür sorgen, dass Innovation, Qualität und Leistungsfähigkeit wieder stärker über den Markterfolg entscheiden.“
Aus seinem Unternehmen berichtete Konrad Senn, Head of Global R&D Line Development bei der Krones AG: „Mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz und der Entwicklung von Cloud-Services treibt Krones die Digitalisierung in der Getränkeindustrie voran – und eröffnet sich zugleich neue, zukunftsträchtige Geschäftsfelder. Die neue Liniengeneration Ingeniq steht hierbei für den nächsten revolutionären Schritt bei der Konzeption von Abfüll- und Verpackungsanlagen. Ingeniq bietet Antworten auf die derzeit am häufigsten gestellten Kundenanfragen bzw. -anforderungen: niedrige Gesamtbetriebskosten bei gleichbleibend hoher Effizienz.“