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Letzte Aktualisierung: 17. Juni 2026

Pressemitteilung

Innovative und wandlungsfähige Unternehmen in Unterfranken trotzen der Krise / Sterling: „Bundesregierung braucht Mut und Durchsetzungskraft für echte Reformen“

Im Rahmen eines Pressegesprächs der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. diskutierten Unternehmensvertreter aus Unterfranken, wie es trotz großer Herausforderungen für die Wirtschaft gelingt, die Transformation mit Blick auf Dekarbonisierung, demografischen Wandel, De-Globalisierung und Digitalisierung aktiv und erfolgreich zu gestalten. „Eine Studie, die das IW Köln im Auftrag der vbw kürzlich erstellt hat, zeigt: Bayern ist aufgrund seiner energieintensiven Industriestruktur und seiner tiefen internationalen Handelsverflechtungen im Zuge der Transformation weitaus mehr gefordert als die anderen Bundesländer. In vielen Bereichen ist der Freistaat bereits gut aufgestellt. Die Voraussetzungen, das Potenzial der Transformation zu nutzen, sind in Bayern deutlich besser als in anderen Bundesländern“, erklärt Ines Sterling, vbw Vorstandsvorsitzende der Bezirksgruppe Unterfranken.

Allerdings bereitet der vbw eine andere Entwicklung zunehmend Sorgen: die De-Industrialisierung. Rund ein Viertel der Wertschöpfung im Freistaat erbringt das verarbeitende Gewerbe. In Unterfranken sind es mit 21,8 Prozent geringfügig weniger – vor zehn Jahren lag der Anteil noch um 3,7 Prozent höher. Vom Erfolg der Industrie hängen auch Arbeitsplätze in der Dienstleistungsbranche ab, und die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den Regierungsbezirken sind eng. „Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts hat in den letzten Jahren deutlich gelitten. Hohe Energiepreise und Arbeitskosten sowie eine ständig steigende Belastung durch bürokratische Vorgaben haben die Gewinne von Unternehmen schrumpfen lassen und schränken den Spielraum für Zukunftsinvestitionen ein“, so Sterling. Die Bewertung von fünf wesentlichen Standortfaktoren sei in den vergangenen zwölf Jahren merklich zurückgegangen. Das gelte sowohl für den gesamten Freistaat als auch für Unterfranken. Unternehmensbefragungen in der Region zufolge wird vor allem das sogenannte ‚Verwaltungshandeln‘ kritisiert. Die bürokratischen Auflagen öffentlicher Stellen sowie die Zulassungs- und Genehmigungsverfahren werden inzwischen deutlich belastender wahrgenommen. 2013 bewertete die unterfränkische Wirtschaft das Verwaltungshandeln noch mit der Schulnote 3,3, im Jahr 2025 nur noch mit 4,3. Sterling betont: „Die Politik muss dringend dafür sorgen, dass sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen zügig verbessern. Von der Bundesregierung erwarten wir endlich einen gezielten Reformwillen und effektive Umsetzungsstärke bei notwendigen Gesetzesvorhaben und Maßnahmen zur raschen und nachhaltigen Verbesserung der Standortbedingungen für die Wirtschaft.“

Trotz der schwierigen Lage gibt es in Unterfranken zahlreiche Unternehmen, welche die Transformation aktiv, innovativ und erfolgreich vorantreiben. Beispielhaft berichteten Christian Scheller, Geschäftsführer der Bauteilprüfzentrum Scheller GmbH in Schweinfurt, Martin Büchs, Geschäftsführer der Jopp Holding GmbH in Bad Neustadt sowie Dr. Johannes Huber, CEO der Mainsite GmbH & Co. KG und Kraftwerke Obernburg GmbH in Obernburg, wie ihnen dies gelingt.

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