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Letzte Aktualisierung: 11. August 2026

Pressemitteilung

Pressestatement zu den Insolvenzen im 1. Halbjahr in Bayern / Erneuter Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um gut acht Prozent ist Alarmsignal – Bundesregierung muss Reformkurs vorantreiben

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.:

„Der Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Bayern im 1. Halbjahr 2026 um weitere 8,1 Prozent gegenüber dem letzten Halbjahr auf ein Niveau wie zuletzt im 2. Halbjahr 2015 ist ein klares Alarmsignal für die kritische Lage unseres Wirtschaftsstandorts. Bereits seit 2020 steigen die Unternehmensinsolvenzen kontinuierlich an. Betroffen sind besonders das ohnehin gebeutelte Gastgewerbe mit einem Anstieg von 11,4 Prozent sowie das Grundstück- und Wohnungswesen mit 7,5 Prozent. Einen sprunghaften Anstieg verzeichnet auch die Energieversorgungsbranche mit insgesamt 65 Unternehmensinsolvenzen gegenüber üblicherweise einstelligen Fallzahlen in den Vorjahren. Die Zahlen zeigen, wie massiv uns die strukturellen Standortprobleme momentan unter Druck setzen, wir sind schlichtweg nicht wettbewerbsfähig. Hinzu kommen geopolitische Krisen, die aggressive US-Zollpolitik, die unfairen chinesischen Handelspraktiken sowie deren starke Konkurrenz.

Die außenwirtschaftliche Lage können wir nicht beeinflussen, aber unsere hausgemachten Standfaktoren schon. Die Bundesregierung ist jetzt gefordert, mit Entschlossenheit und Mut den Reformkurs voranzutreiben und auch unbequeme Entscheidungen zu treffen, um dauerhaft Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen. Das Reformpaket war ein wichtiger Schritt, jetzt braucht es aber handfeste Strukturreformen. Ohne eine dauerhafte und nachhaltige Senkung der Arbeitskosten werden wir nicht auf den Wachstumspfad zurückkehren können. Zudem brauchen die Unternehmen eine echte steuerliche Entlastung. Die angekündigte Steuerreform kann nur ein Anfang sein, es müssen zügig weitere Entlastungen folgen, auch bei den Energiekosten. Das gleiche gilt für den Bürokratieabbau, hier sehen wir aber auch die EU stark in der Pflicht."

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