Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.:
„Der Iran-Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen verschlechtern unsere Wirtschaftsaussichten leider deutlich. Das hat nun auch der Sachverständigenrat in seiner um 0,4 Prozentpunkte nach unten korrigierten Wachstumsprognose bestätigt. Für 2026 wird nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet. Neben den massiv gestiegenen Energiekosten sind unsere Unternehmen auch mit gestörten globalen Lieferketten konfrontiert. Dazu kommt: Selbst im Falle einer möglichen Entspannung der Lage im Nahen Osten wird es Monate dauern, bis sich die Lage wieder normalisiert.
Umso dringender ist, dass wir jetzt im Inland handeln. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren. Gerade in einer Phase, in der unsere Wirtschaft von außen so stark unter Druck steht, müssen wir ihr mit entschlossenen Reformen im Inland den Rücken stärken. Der Sachverständigenrat unterstrich in seinem Gutachten richtigerweise die Bedeutung von grundlegenden und umfassenden Reformen unserer sozialen Sicherungssysteme, um die massiv steigenden Kosten einzubremsen. Dieser Forderung können wir uns nur ausdrücklich anschließen. Der prognostizierte Anstieg des Gesamtsozialversicherungssatzes auf 50 Prozent muss unbedingt verhindert werden und alles dafür getan werden, dass wir schnell bei 40 Prozent landen.
Wir setzen jetzt auf die Bundesregierung, die bereits vielfach gemachten und so dringend benötigten Reformversprechen bis zur Sommerpause über die Zielgerade zu bringen. Gleichzeitig müssen wir als Sozialpartner das Thema der hohen Arbeitskosten im Blick behalten. Die Kostenstruktur am Standort Deutschland schwächt uns im internationalen Wettbewerb bereits heute massiv. Wenn wir gemeinschaftliche, für die Unternehmen tragbare Lösungen finden, dann wird unser Land auch in Zukunft wieder wirtschaftlich erfolgreich werden.“