Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.:
„Wir sprechen uns gegen ein solches Bildungsfreistellungsgesetz in Bayern aus. Der DGB ist mit dieser Forderung auf dem Irrweg. Tatsache ist: Ein solches Gesetz würde nur für unnötige Kostensteigerungen sowie weitere Bürokratisierung sorgen und die bestehende Rechtslage im Bereich der Weiterbildung zusätzlich verkomplizieren. Gleichzeitig ist der Nutzen eines solchen Gesetzes nicht zu erkennen. Denn Bayern nimmt bei den Weiterbildungsaktivitäten im Ländervergleich schon heute einen Spitzenplatz ein. Die Aussage, Bayern sei Schlusslicht, trifft in Sachen Weiterbildung damit jedenfalls nicht zu. Ein solches Gesetz wäre eine Maßnahme ausschließlich für das Schaufenster. Dies zeigen die bisherigen Erfahrungen in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.
Auch kommt eine solche Forderung angesichts der wirtschaftlich angespannten Lage zur Unzeit. Wir müssen mehr arbeiten statt weniger. Auf das Jahr gesehen arbeiten die Österreicher rund 100 Stunden mehr, die Schweizer 186 Stunden und die Italiener 391 Stunden. Eine weitere Einschränkung des Arbeitszeitvolumens durch Regelungen wie diese ist der falsche Weg. Wir brauchen stattdessen eine Ausweitung bestehender Arbeitszeitpotenziale. Richtig wäre zum Beispiel, von der täglichen Höchstarbeitszeit von zehn Stunden auf eine wöchentliche Betrachtung von 48 Stunden umzustellen.“