Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2022

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Annahme der Vorschläge der EU-Kommission zu individuellen Lernkonten und Microcredentials

Die Mitglieder des europäischen Rates haben am 16. Juni 2022 die Ratsempfehlung zu individuellen Lernkonten sowie die Ratsempfehlung über einen europäischen Ansatz für Microcredentials angenommen.

Individuelle Lernkonten

Der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, für jede*n Bürger*in ein virtuelles Sparbuch für die Teilnahme an Weiterbildungen einzurichten, sogenannte individuelle Lernkonten.

Der Empfehlungstext der EU-Kommission betont die Entscheidungsfreiheit der Mitgliedstaaten und der Arbeitgeber bezüglich der Einführung der Lernkonten. Im Fokus steht die Förderung nationaler Initiativen, die den Zugang der Bürger*innen zu Weiterbildungsmaßnahmen unterstützen. Um die Teilnahme an Weiterbildungen zu fördern, sind die Lernkonten laut EU-Kommission ein mögliches Instrument. Positiv zu bewerten ist auch, dass zusätzliche Weiterbildungsansprüche keinen Einfluss auf die betriebliche Weiterbildung haben soll.

Wir befürworten die vorgenommenen Änderungen der Ratsempfehlung, da diese mehr Freiheiten für Mitgliedstaaten und Arbeitgeber vorsehen. Die Mitgliedstaaten haben nun die Möglichkeit, die Weiterbildungsbeteiligung den nationalen Gegebenheiten entsprechend zu erhöhen.

Microcredentials

Microcredentials sind eine Qualifikation, mit der Lernergebnisse nachgewiesen werden, die in einem kurzen Kurs oder Modul erworben wurden. Der flexible Charakter dieser Qualifikationen eröffnet mehr Menschen Lernmöglichkeiten, da ihr Erwerb auch bei Vollzeitbeschäftigung möglich ist.

Mit der vorgeschlagenen Ratsempfehlung legt die Kommission einen sinnvollen europäischen Ansatz für eine einheitliche Definition von Microcredentials vor. Die Einführung kann dazu beitragen, die Qualität, Transparenz und Akzeptanz von kurzen Lernerfahrungen europaweit zu verbessern. Dabei hat die Kommission die Vorschläge der Arbeitgebervertreter in der vorausgegangenen Sozialpartneranhörung berücksichtigt. Es ist keine zwingende einheitliche Systematik für die Einordnung von Microcredentials in europäische Systeme wie z. B. ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) oder den Europäischen bzw. Nationalen Qualifikationsrahmen vorgesehen. Den Mitgliedstaaten wird empfohlen, die Vorschläge der EU-Kommission schnellstmöglich umsetzen. Über die nationalen Maßnahmen zur Unterstützung der Ziele sollen die Mitgliedstaaten die Kommission bis zum Dezember 2023 unterrichten. Wir befürworten, wie auch BDA und Gesamtmetall, die Einführung der Microcredentials, da sie zur Verbesserung der Lernmöglichkeiten aller Bürger*innen beitragen können und dabei auf Überregulierung der Weiterbildung verzichten.


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Sarah Schmoll

Integration von Geflüchteten, MINT-Talentförderung, Projekte

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