Letzte Aktualisierung: 10. Januar 2022

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Die bayerische Wirtschaft ein Jahr nach dem Brexit

Auf dem OnlineKongress Die bayerische Wirtschaft ein Jahr nach dem Brexit diskutierte der vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt mit dem britischen Generalkonsul Simon Kendall, Dr. Böhmer von der Prognos AG sowie Christian Schulz, dem Regional Chairman für Bayern der British Chamber of Commerce, über die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Bayern und dem Vereinigten Königreich ein Jahr nach dem britischen Austritt aus der Europäischen Union. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betonte die Wichtigkeit eines konstruktiven Miteinanders und die Verlässlichkeit der Vertragsparteien: „Oberstes Ziel muss die Einhaltung des Austrittsabkommens sowie des Handels- und Kooperationsabkommens sein.“

Handelshemmnisse sind dauerhafter Natur

Dr. Böhmer stellte die im Auftrag der vbw erstelle Studie Die bayerische Wirtschaft ein Jahr nach dem Brexit vor. Er führte aus, dass sich der bayerisch-britische Handel in den ersten drei Quartalen des Jahres 2021 deutlich schlechter entwickelt hat als der gesamtbayerische Handel. Die Zahlen deuten darauf hin, dass der bilaterale wirtschaftliche Austausch trotz Freihandelsabkommen schwieriger geworden ist und die neu entstandenen Handelshemmnisse dauerhafter Natur sind.

Bürokratie für Unternehmen muss minimiert werden

In der von Stephan Mayer geleiteten Diskussion herrschte unter den Podiumsteilnehmern Einigkeit darüber, dass der durch den Brexit entstandene Verwaltungsaufwand für die Unternehmen minimiert werden muss. Bertram Brossardt betonte auch, dass die gemeinsame Entwicklung von Normen und Standards zwischen der EU und UK in Zukunft ausschlaggebend für den Handel werden wird. Das allgemeine Fazit: Bayern und UK bleiben auch nach dem Brexit wirtschaftlich und politisch eng miteinander verbunden.

Es bleiben zentrale Handlungsbedarfe für die Wirtschaft

Die Stärkung der Beziehungen zu UK hat für die vbw Priorität. Dafür identifiziert die vbw Studie zentrale Handlungsbedarfe für die Wirtschaft:

  • Gegenseitige Anerkennung von Produktvorschriften und Konformitätsbewertungen, um den Aufwand beim bilateralen Warenaustausch zu reduzieren. Vorbild kann hier beispielsweise das Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit Kanada sein.
  • Ein Minimum an SPS-Kontrollen, um eine möglichst weitreichende, gegenseitige Anerkennung sicherzustellen.
  • Unterstützung beim Nachweis der Ursprungsregeln, indem Informationen transparenter und leichter zugänglich aufbereitet werden.
  • Der Dienstleistungshandel braucht möglichst einfache und transparente Regelungen aus einem Guss, anstelle zahlreicher Sondervorschriften.
  • Im Rahmen der Arbeitskräftemobilität muss die gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen erleichtert werden.


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Tatjana Vargas

Außenwirtschaft

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