Letzte Aktualisierung: 05. Juni 2020

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MINT als Schlüssel während und nach der Corona-Krise

Die Corona-Krise macht sich auch bei den MINT-Fachkräften bemerkbar: Die MINT-Lücke, also Differenz zwischen dem Arbeitsplatz- und dem Arbeitskräfteangebot, verringerte sich im April gegenüber dem Vorjahresmonat um 51 Prozent, gegenüber dem langjährigen Durchschnitt aus den Jahren 2014 bis 2019 bleibt für den Monat April ein Rückgang um 29 Prozent. Ein völlig anderes Bild zeigt sich jedoch bei den IT-Kräften, in diesem Bereich bleibt die Differenz im April 2020 mit 39.700 weiterhin groß. Sie liegt damit sogar um vier Prozent über dem langjährigen Durchschnitt.

Diese Ergebnisse sind Teil des MINT-Frühjahrsreport 2020 (zum Download rechts), der am 03. Juni 2020 vorgestellt wurde.

IT-Experten weiterhin gesucht

Die Corona-Krise offenbart dabei verschiedene Entwicklungen: IT-Experten sind auch während der Pandemie gesuchte Fachkräfte. Der Produktionsstopp in vielen Industrieunternehmen hat hingegen dazu geführt, dass die besonders stark mit der Produktion verknüpften MINT-Fachkräfte einen deutlichen Rückgang der Fachkräftelücke zu verzeichnen hatten.

MINT-Experten, die stärker in den Forschungs- und Entwicklungsbereichen tätig sind, war der Rückgang der Lücke vergleichsweise gering. Während in den Berufen Maschinen/Fahrzeugbau und den Berufen der Metallverarbeitung die Lücke zurückgingen, nahm die Lücke in den Bauberufen mit plus 27,6 Prozent und in den IT-Berufen mit plus 4,2 Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert sogar zu.

MINT als Schlüssel für nachhaltiges Wachstum in der Zukunft

Die MINT-intensive M+E-Branche investierte 104,6 Milliarden Euro in Innovationen. Das sind rund 60,6 Prozent der volkswirtschaftlichen Innovationsaufwendungen Deutschlands und ein Anstieg von rund 57 Prozent zwischen 2010 und 2018. 34 Prozent der Unternehmen wurde darüber hinaus 2016 bis 2018 die Durchführung von Innovationen aufgrund des Fachkräftemangels erschwert. Fachkräfteengpässe werden inzwischen als häufigstes Innovationshemmnis genannt.

Fachkräftemangel beheben

Um personelle Potenziale zu heben, wurden verstärkt Frauen und Zugewanderte aktiviert.

Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in MINT-Berufen ist von Ende 2012 bis September 2019 um 23 Prozent auf knapp 1,1 Millionen Arbeitnehmerinnen gestiegen.

Vor allem in den aktuellen besonders wichtigen IT-Berufen ist der Ausländeranteil besonders hoch und stark gestiegen – die Fachkräftelücke würde deutlich höher ausfallen, wenn die Beschäftigung von Zugewanderten weniger dynamisch verlaufen wäre: Zwischen dem vierten Quartal 2012 und dem dritten Quartal 2019 hat die Beschäftigung ausländischer MINT-Arbeitskräfte in akademischen Berufen um 112,7 Prozent zugelegt und mit rund 148.000 Beschäftigten ein Rekordhoch erreicht.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt den Report zwei Mal im Jahr im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Datenstand: Ende September 2019


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