Letzte Aktualisierung: 24. Mai 2019

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MINT-Frühjahrsreport 2019: Fachkräftelücke weiterhin groß

Den deutschen Unternehmen fehlten im April 2019 rund 311.300 Arbeitskräfte im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Anzahl der fehlenden MINT-Fachkräfte leicht zurück gegangen. Dennoch gibt es insbesondere im IT-Bereich einen erhöhten Bedarf. Zu diesem Ergebnis kommt der MINT-Frühjahrsreport 2019, der am 21. Mai 2019 vorgestellt wurde. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt den Report zwei Mal im Jahr im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Ausgewählte Ergebnisse

  • Ende April 2019 waren in den MINT-Berufen insgesamt rund 478.300 Stellen zu besetzen. Gegenüber April 2018 ging diese Zahl um 8.300 leicht zurück. Dennoch hat die Lücke damit den zweithöchsten Wert für den Monat April seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011 erreicht. Die Arbeitslosigkeit in den MINT-Berufen ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken und lag bei etwa 168.645 Personen – das sind 6.300 Personen weniger gegenüber April 2018.

  • Die Struktur der MINT-Lücke hat sich in den vergangenen Jahren verändert: Der Mangel an Nichtakademikern (Facharbeiter, Meister, Techniker) ist eklatanter geworden. Ihr Anteil an den insgesamt 311.300 fehlenden Fachkräften liegt derzeit bei etwa 65 Prozent.

  • Die Digitalisierung sorgt insbesondere für eine hohe Nachfrage im IT-Bereich: Zwischen April 2014 und April 2019 hat sich die Zahl der fehlenden IT-Experten von 16.000 auf etwa 59.000 mehr als verdreifacht.

  • Seit Ende 2012 hat die Zuwanderung in hohem Maße zur MINT-Fachkräftesicherung beigetragen. Ohne das hohe Beschäftigungswachstum unter Ausländern in den MINT-Berufen würden heute zusätzlich 209.300 MINT-Kräfte fehlen. Vor allem in den akademischen MINT-Berufen hat die Zuwanderung zur Fachkräftesicherung beigetragen.

  • Die Zahl der MINT-Absolventen ist leicht gesunken: Ihr Anteil an allen Erstabsolventen deutscher Hochschulen hat sich von 35,1 Prozent im Jahr 2015 auf 32,9 Prozent reduziert. 2017 erwarben etwa 30.900 Frauen einen Ersabschluss in einem MINT-Fach, der Frauenanteil unter allen MINT-Erstabsolventen ist damit von 29,7 Prozent auf 30,2 Prozent leicht gestiegen, befindet sich aber immer noch auf zu geringem Niveau.

Bewertung der bayerischen Arbeitgeberverbände

Die Fachkräftesicherung im MINT-Bereich bleibt eine der größten wirtschaftlichen Herausforderungen. Die bayerischen Arbeitgeberverbände wirken Fachkräfteengpässen seit Jahren mit einer Vielzahl an Projekten entgegen. Mit der Initiative Fachkräftesicherung FKS+ bündeln bayme vbm vbw ihre bisherigen Projekteaktivitäten und adressieren direkt mehrere Zielgruppen. Dass dies der richtige Weg ist, zeigt sich unter anderem darin, dass die Studierenden-Zahlen in MINT-Studiengängen an bayerischen Hochschulen seit Jahren steigen.

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MINT-Frühjahrsreport 2019

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Sophie Sontag-Lohmayer

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