Letzte Aktualisierung: 22. November 2019

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MINT-Herbstreport 2019: Fachkräftelücke weiterhin groß

Den deutschen Unternehmen fehlten im Oktober 2019 rund 263.000 Arbeitskräfte im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Anzahl der fehlenden MINT-Fachkräfte zwar um 22 Prozent zurück gegangen. Dennoch gibt es insbesondere im IT-Bereich einen erhöhten Bedarf. Zu diesem Ergebnis kommt der MINT-Herbstreport 2019, der am 20. November 2019 vorgestellt wurde. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt den Report zwei Mal im Jahr im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Ausgewählte Ergebnisse zu den Fachkräften

  • Ende Oktober 2019 waren in den MINT-Berufen insgesamt rund 434.600 Stellen zu besetzen. Gegenüber Oktober 2018 ging diese Zahl um 74.900 zurück. Die Arbeitslosigkeit in den MINT-Berufen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und lag bei etwa 174.500 Personen – das sind 14.220 Personen mehr gegenüber Oktober 2018 und der erste Anstieg seit Oktober 2017. Dennoch ist die Lücke an MINT-Fachkräften weiterhin hoch.

  • Die Struktur der MINT-Lücke hat sich in den vergangenen Jahren verändert: Der Mangel an Nichtakademikern (Facharbeiter, Meister, Techniker) ist eklatanter geworden. Ihr Anteil an den insgesamt 263.000 fehlenden Fachkräften liegt derzeit bei etwa 65 Prozent.

  • Die Digitalisierung sorgt insbesondere für eine hohe Nachfrage im IT-Bereich: Zwischen Oktober 2014 und Oktober 2019 hat sich die Zahl der fehlenden IT-Experten von 20.500 auf etwa 52.100 mehr als verdoppelt.

  • Seit Ende 2012 hat die Zuwanderung in hohem Maße zur MINT-Fachkräftesicherung beigetragen. Ohne das hohe Beschäftigungswachstum unter Ausländern in den MINT-Berufen würden heute zusätzlich 232.400 MINT-Kräfte fehlen. Vor allem in den akademischen MINT-Berufen hat die Zuwanderung zur Fachkräftesicherung beigetragen.

  • Die Zahl der MINT-Absolventen ist leicht gesunken: Ihr Anteil an allen Erstabsolventen deutscher Hochschulen hat sich von 35,1 Prozent im Jahr 2015 auf 32,9 Prozent reduziert. 2018 erwarben etwa 30.900 Frauen einen Erstabschluss in einem MINT-Fach, der Frauenanteil unter allen MINT-Erstabsolventen ist damit von 30,2 Prozent auf 31,0 Prozent leicht gestiegen, befindet sich aber immer noch auf zu geringem Niveau. Angestrebt wird ein Frauenanteil von 35 Prozent unter den MINT-Erstabsolventen.

Bewertung der bayerischen Arbeitgeberverbände

Die Fachkräftesicherung im MINT-Bereich bleibt eine große Herausforderung. Die bayerischen Arbeitgeberverbände wirken Fachkräfteengpässen seit Jahren mit einer Vielzahl an Projekten entgegen. Mit der Initiative Fachkräftesicherung FKS+ bündeln bayme vbm vbw ihre bisherigen Projekteaktivitäten und adressieren direkt mehrere Zielgruppen. Dass dies der richtige Weg ist, zeigt sich unter anderem darin, dass die Studierenden-Zahlen in MINT-Studiengängen an bayerischen Hochschulen seit Jahren steigen.

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Studie
MINT-Frühjahrsreport 2019

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Sophie Sontag-Lohmayer

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