Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2018

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MINT-Frühjahrsreport 2018: Fachkräftelücke weiterhin groß

Den deutschen Unternehmen fehlten im April 2018 rund 314.800 Arbeitskräfte im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2011. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Anzahl der fehlenden MINT-Fachkräfte um knapp 32,5 Prozent angestiegen. Insbesondere im IT-Bereich gibt es erhöhten Bedarf. Zu diesem Ergebnis kommt der MINT-Frühjahrsreport 2018, der am 14. Mai 2018 vorgestellt wurde. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt den Report zwei Mal im Jahr im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Ausgewählte Ergebnisse

  • Ende April 2018 waren in den MINT-Berufen insgesamt rund 486.600 Stellen zu besetzen. Gegenüber April 2017 stieg diese Zahl um etwa 13,1 Prozent. Dies bedeutet einen neuen Höchststand seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Arbeitslosigkeit in den MINT-Berufen ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken und lag bei etwa 174.955 Personen – das waren 12,2 Prozent weniger gegenüber April 2017.

  • Die Struktur der MINT-Lücke hat sich in den vergangenen Jahren verändert: Der Mangel an Nichtakademikern (Facharbeiter, Meister, Techniker) ist eklatanter geworden. Ihr Anteil an den insgesamt 314.800 fehlenden Fachkräften liegt derzeit bei etwa 67 Prozent.

  • Die Digitalisierung sorgt insbesondere für eine hohe Nachfrage im IT-Bereich: Zwischen April 2014 und April 2018 hat sich die Zahl der fehlenden IT-Experten von 16.000 auf etwa 39.600 mehr als verdoppelt.

  • Seit Ende 2012 hat die Zuwanderung in hohem Maße zur MINT-Fachkräftesicherung beigetragen. Ohne das hohe Beschäftigungswachstum unter Ausländern in den MINT-Berufen würden heute zusätzlich 148.200 MINT-Kräfte fehlen. Vor allem in den akademischen MINT-Berufen hat die Zuwanderung zur Fachkräftesicherung beigetragen.

  • Die Zahl der MINT-Absolventen ist leicht gesunken: Ihr Anteil an allen Erstabsolventen deutscher Hochschulen hat sich von 35,1 Prozent im Jahr 2015 auf 33,9 Prozent reduziert. 2016 erwarben etwa 31.700 Frauen einen Ersabschluss in einem MINT-Fach, der Frauenanteil unter allen MINT-Erstabsolventen ist damit von 28,9 Prozent auf 29,7 Prozent leicht gestiegen, befindet sich aber immer noch auf zu geringem Niveau.

Bewertung der bayerischen Arbeitgeberverbände

Die Fachkräftesicherung im MINT-Bereich bleibt eine der größten wirtschaftlichen Herausforderungen. Die bayerischen Arbeitgeberverbände wirken Fachkräfteengpässen seit Jahren mit einer Vielzahl an Projekten entgegen. Dass dies der richtige Weg ist, zeigt sich unter anderem darin, dass die Studierenden-Zahlen in MINT-Studiengängen an bayerischen Hochschulen seit Jahren steigen.

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MINT Frühjahrsreport 2018

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