Letzte Aktualisierung: 16. November 2017

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MINT-Herbstreport 2017: Fachkräftelücke so breit wie nie

Den deutschen Unternehmen fehlten im September 2017 rund 290.900 Arbeitskräfte im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2011. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Anzahl der fehlenden MINT-Fachkräfte um knapp 42,9 Prozent angestiegen. Insbesondere im IT-Bereich gibt es erhöhten Bedarf. Zu diesem Ergebnis kommt der MINT-Herbstreport 2017, der am 16. November 2017 vorgestellt wurde. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt den Report zwei Mal im Jahr im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Ausgewählte Ergebnisse

  • Ende September 2017 waren in den MINT-Berufen insgesamt rund 469.300 Stellen zu besetzen. Gegenüber September 2017 stieg diese Zahl um etwa 17,9 Prozent. Dies bedeutete einen Höchststand seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Arbeitslosigkeit in den MINT-Berufen ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken und lag bei etwa 180.000 Personen – das waren 10,7 Prozent weniger gegenüber September 2016.
  • Die Struktur der MINT-Lücke hat sich in den vergangenen Jahren verändert: Der Mangel an Nichtakademikern (Facharbeiter, Meister, Techniker) ist eklatanter geworden. Ihr Anteil an den insgesamt 290.900 fehlenden Fachkräften liegt derzeit bei etwa 66 Prozent.
  • Die Digitalisierung sorgt insbesondere für eine hohe Nachfrage im IT-Bereich: Zwischen September 2014 und September 2017 hat sich die Zahl der fehlenden IT-Experten auf etwa 37.000 mehr als verdoppelt.
  • Seit Ende 2012 hat die Zuwanderung in hohem Maße zur MINT-Fachkräftesicherung beigetragen. Ohne das hohe Beschäftigungswachstum unter Ausländern in den MINT-Berufen würden heute zusätzlich 118.100 MINT-Kräfte fehlen. Vor allem in den akademischen MINT-Berufen hat die Zuwanderung zur Fachkräftesicherung beigetragen.
  • Die Zahl der MINT-Absolventen ist leicht gesunken: Ihr Anteil an allen Erstabsolventen deutscher Hochschulen hat sich von 35,1 Prozent im Jahr 2015 auf 33,9 Prozent reduziert. 2016 erwarben etwa 31.700 Frauen einen Ersabschluss in einem MINT-Fach, der Frauenanteil unter allen MINT-Erstabsolventen ist damit von 28,9 Prozent auf 29,7 Prozent leicht gestiegen, befindet sich aber immer noch auf zu geringem Niveau.

Bewertung der bayerischen Arbeitgeberverbände

Die Fachkräftesicherung im MINT-Bereich bleibt eine der größten wirtschaftlichen Herausforderungen. Die bayerischen Arbeitgeberverbände wirken Fachkräfteengpässen seit Jahren mit einer Vielzahl an Projekten entgegen. Dass dies der richtige Weg ist, zeigt sich unter anderem darin, dass die Studierenden-Zahlen in MINT-Studiengängen an bayerischen Hochschulen seit Jahren steigen.


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Ansprechpartner
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Dr. Lutz Korndörfer

Hochschule, Projekte

+49 (0)89-55178-222
Lutz Korndörfer
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