Letzte Aktualisierung: 09. März 2017

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Potenziale von Frauen am Arbeitsmarkt besser nutzen

Die Rahmenbedingungen für arbeitende Frauen haben sich in den vergangenen Jahren verbessert. Nichtsdestotrotz ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diese weiter zu entwickeln. Selbstbestimmung und vernünftige individuelle Absprachen sollten vor starren Vorgaben stehen.

vbw Konzept für bessere Rahmenbedingungen

Um bessere Rahmenbedingungen für Frauen in der Arbeitswelt zu erreichen, bedarf es einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung. Mit dem Aktionsprogramm Frauen in der Arbeitswelt stellt die vbw in vier Säulen Vorschläge zur Diskussion. Die wichtigsten Punkte sind:

1. Gesellschaft

  • Tradierte Rollenbilder verändern
  • Branchen- und Berufswahl von Frauen ausweiten

2. Staat und Politik

  • Ausreichende Infrastruktur für Kinderbetreuung und Pflege schaffen
  • Einschränkende Bürokratie für die Betriebe verringern
  • Staatliche Fehlanreize beseitigen

3. Unternehmen

  • Familienfreundliche Personalpolitik in den Unternehmen

4. Institutionen

  • Unterstützung durch Best-Practice-Projekte der Verbände

Praktische Hilfen

Ziel der gemeinsamen Anstrengungen muss es sein, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen und Hemmnisse abzubauen, die Frauen Chancen auf allen Ebenen des Arbeitsmarkts verbauen. Das ist nicht allein eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch wirtschaftlich notwendig. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der immer wichtiger werdenden Sicherung des Fachkräftebedarfs ist eine höhere Erwerbstätigkeit von Frauen angesichts unverzichtbar.

Frauenanteil in der M+E Industrie gestiegen

In der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie arbeiten immer mehr Frauen: mittlerweile ist fast jeder vierte M+E Arbeitsplatz in Bayern mit einer Frau besetzt. Der Anteil der weiblichen Mitarbeiterinnen an den Beschäftigten stieg seit dem Jahr 2008 kontinuierlich von 18,8 auf 24,5 Prozent im Jahr 2015. Das zeigt, dass der Einsatz der Unternehmen zur Frauenförderung auch in der männerdominierten Leitindustrie Früchte trägt. 2015 arbeiteten über 90 Prozent der Mitarbeiter in der bayerischen M+E Industrie in Vollzeit. Dass der Anteil der Teilzeitstellen von 5,7 Prozent im Jahr 2008 auf 9,2 Prozent im Jahr 2015 stieg, zeugt von einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Modellprojekt Frauen in Führungspositionen

Die bayerischen Arbeitgeberverbände unterstützen die Förderung von Frauen mit verschiedenen Modellen. Bereits 2010 haben die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber bayme vbm in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft das Projekt Frauen in Führungspositionen – ein überbetrieblicher, unternehmensorientierter Ansatz entwickelt.

Das Projekt richtet sich an weibliche Fachkräfte aus Mitgliedsunternehmen mit dem Entwicklungspotenzial, Führungsaufgaben zu übernehmen. Die teilnehmenden Frauen durchlaufen über zwei Jahre hinweg Workshops. Das Projekt verfolgt einen unternehmensorientierten Ansatz und bezieht die Geschäftsführung und die direkten Führungskräfte der involvierten Frauen mit ein. Jeder Teilnehmerin wird ein Mentor beziehungsweise ­eine Mentorin aus ihrem Unternehmen zur Seite gestellt, die die Frauen bei ihrer Weiterentwicklung unterstützen. Außerdem profitieren die Teilnehmer von einer virtuellen Austausch- und Informationsplattform. Die positiven Rückmeldungen aus den teilnehmenden Betrieben haben dazu geführt, eine vierte Staffel aufzulegen, die seit dem Frühjahr 2016 läuft.


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Ansprechpartner
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Franz Niedermaier

Frauen-, Familien- und Gesundheitspolitik, Kirche/Kultur Pflegeversicherung, Krankenversicherung, BGM/BGF

+49 (0)89-551 78-214
Franz Niedermaier
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