Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2020

Position

vbw Position Sustainable Finance – Chancen und Herausforderungen

vbw Position Sustainable Finance – Chancen und Herausforderungen

Finanzmarktakteure stellen nachhaltige, umweltfreundliche und klimaschonende Aspekte zunehmend in den Mittelpunkt ihrer Anlageentscheidungen. Es ist verständlich und hilfreich, wenn diese Entwicklung durch mehr Transparenz marktgerecht unterstützt wird. Die Sustainable-Finance-Regulierung geht jedoch weit über diesen Anspruch hinaus. Damit drohen erhebliche zusätzliche Belastungen für Unternehmen und Standort.

Wichtiges erreicht – dennoch drohen hohe Lasten und Verwerfungen

Gegenüber noch weitergehenden Vorstellungen namentlich des EU-Parlaments konnten wichtige Verbesserungen erzielt werden: vor allem die Ausrichtung der jüngst beschlossenen EU-Verordnungen zu Sustainable Finance auf die Finanzierung von Transitionsprozessen, also nicht nur vollständig „grüner“ Geschäftsmodelle, und der Verzicht auf einen nicht risikogerechten green supporting factor. Jedoch zeigt ein näherer Blick auf den erreichten Stand, dass die Unternehmen zu Recht überbordende Bürokratielasten und übergriffige Beschränkungen ihrer Entscheidungs- und Finanzierungsmöglichkeiten befürchten.

Regulierung droht Risiken zu erhöhen

Die rasante Regulierung wird gerne damit begründet, dass es klimapolitisch fünf vor bis fünf nach zwölf sei. Das Gleiche gilt jetzt allerdings für die Sustainable-Finance-Regulierung: was sich hier abzeichnet, ist nicht praxistauglich. Es erhöht die mit der Bewältigung der Herausforderung Klimawandel verbundenen Risiken, anstatt sie beherrschbarer zu machen.

Bei weiteren Schritten ist mehr Sorgfalt erforderlich

Weitere Regulierungsschritte müssen sehr viel sorgfältiger angegangen werden als es bisher der Fall war. Die vbw-Position „Sustainable Finance – Chancen und Herausforderungen“ zeigt auf, worauf dabei besonders geachtet werden muss.

Wesentliche Aspekte

In dem Zusammenhang sind folgende Aspekte herauszuheben:

  • Überbordende Bürokratielasten und Berichtspflichten müssen ebenso vermieden werden wie drohende Marktverwerfungen und neue Finanzierungshindernisse und zusätzliche Unsicherheiten auf den Finanzmärkten.
  • Die Unternehmen müssen offen, rasch und verständlich darüber informiert werden, welcher Aufwand und welche Verpflichtungen hierdurch auf sie zukommen.
  • Staat und Finanzmarktaufsicht müssen sicherstellen, dass die Risiken der klimapolitisch motivierten Transformation für die Unternehmen beherrschbar bleiben.
  • Noch ausstehende Vorschriften müssen in enger Abstimmung der verantwortlichen europäischen Organisationen mit Experten aus produzierenden Industrieunternehmen geschaffen werden.
  • Es darf nicht dazu kommen, dass eine Wertschöpfungskette gesprengt wird, weil ein notwendiger Prozess nicht mehr finanziert werden kann, etwa aufgrund bestimmter Materialabhängigkeiten oder der Energieintensität einzelner Produktionsprozesse.


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Dr. Benedikt Rüchardt

Steuern, Finanzen, Landesentwicklung, Wirtschaft und Kommunalwirtschaft

+49 (0)89-551 78-249
Benedikt Rüchardt
Weitere
Kontakte

Tobias Thomas

Klimaschutz

+49 (0)89-551 78 91-267
Tobias Thomas
schließen
nach oben