Letzte Aktualisierung: 30. Oktober 2020

Position

Sustainable Finance – Chancen und Herausforderungen

Nachhaltigkeit und Klimaschutz haben sich auch an den Finanzmärkten zu einem zentralen Thema und wichtigen Anlagekriterium entwickelt. Finanzmarktakteure stellen nachhaltige, umweltfreundliche und klimaschonende Aspekte zunehmend in den Mittelpunkt ihrer Anlageentscheidungen.

Schaffung einheitlicher Nachhaltigkeitsstandards

Um die Kosten des Green Deal zu finanzieren und mehr Kapital in klimaschonende, nachhaltige Projekte zu lenken, hat die EU-Kommission eine Sustainable-Finance-Strategie auf den Weg gebracht. Mithilfe einer so genannten Taxonomie sollen einheitliche Nachhaltigkeitsstandards geschaffen werden: Sie legt verbindlich fest, wann eine Wirtschaftstätigkeit als ökologisch nachhaltig einzustufen ist. Die Bundesregierung will Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort machen und dazu über den europäischen Ansatz noch hinausgehen.

Es drohen massive Belastungen für die Realwirtschaft

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, wenn auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Investitionen gestärkt werden. Eine Harmonisierung verschiedener Standards zu ökologischer Nachhaltigkeit kann zwar die bereits gute Marktentwicklung auf diesem Feld weiter stützen. Die Sustainable-Finance-Regulierung auf europäischer Ebene sowie nationale Bestrebungen gehen jedoch weit über diesen Anspruch hinaus und führen zu massiven Belastungen der Realwirtschaft.

Finanzierungshindernisse und Unsicherheiten auf Finanzmärkten verhindern

Mit der Sustainable-Finance-Regulierung sind überbordende Bürokratielasten ebenso verbunden wie Marktverwerfungen, die sich aus übermäßiger Lenkung ergeben. In der Realwirtschaft drohen neue Finanzierungshindernisse für Vorhaben, die nicht in das Bewertungsschema der Regulierung passen, während auf den Finanzmärkten zusätzliche Unsicherheit entstehen kann. Was sich im Zuge der Regulierung derzeit abzeichnet, ist nicht praxistauglich. Anstatt sie beherrschbarer zu machen, erhöht sie die Risiken, die mit der Bewältigung des Klimawandels verbundenen sind. Das trifft die Unternehmen in einer Phase, in der sie inmitten herausfordernder Transformationsprozesse stecken und nun auch noch die Auswirkungen der Corona-Pandemie verkraften müssen.

Weitere Regulierungsschritte praxistauglich ausgestalten

Auf dem Umweg der Finanzmarktregulierung Klimaschutz zu forcieren, ist der falsche Ansatz. Staat und Finanzmarktaufsicht müssen sicherstellen, dass die Risiken der klimapolitisch motivierten Transformation für die Unternehmen beherrschbar bleiben. Ohne eine leistungsstarke und wettbewerbsfähige Wirtschaft ist ein wirksamer Klimaschutz nicht denkbar. Weitere Regulierungsschritte müssen sehr viel sorgfältiger angegangen werden, als es bislang der Fall war. Sie müssen praxistauglich ausgestaltet sein, industrie- und standortpolitische Anliegen umfassend berücksichtigen und Unsicherheit auf Finanzmärkten vermeiden.


Drucken
Kontakt
Kontakt

Tobias Thomas

Klimaschutz

+49 (0)89-551 78 91-267
Tobias Thomas
Nach oben