Letzte Aktualisierung: 26. November 2021

Position

Kreislaufwirtschaft mit ganzheitlicher Strategie fördern

Recyclingrohstoffe erlangen für die Rohstoffversorgung der Wirtschaft zunehmende Bedeutung. Im zirkulären Wirtschaften steckt beachtliches Potenzial für Wertschöpfung, Nachhaltigkeit und neue Beschäftigungsfelder. Zusätzlich lassen steigende Rohstoff- und Energiepreise den Wert wiederverwertbarer Materialien immer deutlicher erkennen. Auch der Beitrag für den Klimaschutz ist beachtlich.

Ganzheitliche Strategie erforderlich

Es ist eine ganzheitliche Strategie der Bundesregierung erforderlich. Ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen der Kreislaufwirtschaft sind dabei zu berücksichtigen. Es muss auch eine stetige Prüfung und Revision der Kriterien für den Einsatz von Sekundärrohstoffen geben, um so rasch wie möglich innovationsgetriebene Verbesserungen berücksichtigen zu können. Verbindliche Vorgaben zur Verwendung solcher Materialien setzen voraus, dass es dafür Märkte in ausreichendem Maße zu wettbewerbsfähigen Preisen und in der geforderten Qualität gibt. Daher darf es nur produktspezifische Regelungen geben. Mit der Verwendung recycelter Materialien müssen Leistungs- und Innovationsfähigkeit, Sicherheit und Nutzeranforderungen an Produkte in Einklang stehen. Der Staat muss für seine Beschaffungsvorgänge gezielt auf recycelte beziehungsweise rezyklierbare Produkte und Rohstoffe setzen und so über seine Vorbildfunktion einen wichtigen Beitrag für die Markteröffnung leisten. Zu einer ganzheitlichen Strategie gehört auch die Offenheit gegenüber chemischen Recyclingoptionen für bislang nicht recycelbare Abfälle als Ergänzung zu den mechanischen Recyclingverfahren.

Chancen im Bausektor durch kreislaufgerechtes Wirtschaften

Im materialintensiven Bausektor sollten Neubauten und Sanierungsprojekte künftig mit Blick auf ihren gesamten Lebenszyklus entworfen, realisiert und bei Zeiten demontiert werden. Entscheidende Grundlage ist das Building Information Modeling (BIM), um verbaute Materialien für späteres Recycling zu dokumentieren. Es muss ein konsequenter Einsatz von Sekundärrohstoffen im staatlichen Bau erfolgen. Horizontales Recycling von Baustoffen – auch beispielsweise von Holz – ist ebenso zu fördern wie innovative Planungskonzepte. Zudem sind die Grundlagen für ein strategisches Stoffstrom- und Ressourcenmanagement im Bauwesen zu schaffen.

Automatisierungslösungen nutzen

Die Entwicklung wirtschaftlich tragfähiger und skalierbarer Recyclinglösungen ist gezielt zu fördern. Dabei muss insbesondere auf Automatisierungslösungen gesetzt werden, um eine wettbewerbsfähige Verwertung am Standort zu ermöglichen. Betroffen sind sowohl heutige Massenprodukte wie Smartphones oder Platinen, als auch Lösungen für Batterien aus Elektrofahrzeugen. Diese werden zwar erst in einigen Jahren in so großer Zahl verfügbar sein, dass sich entsprechende Geschäftsmodelle lohnen, aber mit der Weiterentwicklung der Verfahren und dem Aufbau von Anlagen muss bereits jetzt begonnen werden.

Herstellergetragene Rücknahmesysteme der Wirtschaft nicht gefährden

Die Herstellerverantwortung muss differenziert und zweckmäßig gestaltbar sein. In privatwirtschaftlicher Verantwortung müssen für Stoffkreisläufe effiziente Systeme ausgestaltet werden können. Dabei muss auf bereits bestehende Erfahrungen der Wirtschaft mit von Herstellern getragenen und seit Jahrzehnten erfolgreichen Rücknahmesystemen der Chemischen Industrie, der Mineralölwirtschaft und der Stahlindustrie aufgebaut werden. Bestehende und seit über zwei Jahrzehnten erfolgreich arbeitende herstellergetragene Rücknahmesysteme der Wirtschaft dürfen nicht gefährdet werden.

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Kreislaufwirtschaft
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Rohstoffsituation der bayerischen Wirtschaft

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