Letzte Aktualisierung: 18. Juli 2019

Position

Deutschland im internationalen Arbeitskostenwettbewerb

Die Arbeitskosten sind ganz wesentlich entscheidend für die Frage, wo industrielle Wertschöpfung stattfindet und wo Beschäftigung generiert wird. Denn sie sind eine der wenigen regional variablen Kostenelemente.

Deutschland bei Arbeitskosten Spitzenreiter

Im Jahr 2018 summierten sich die Arbeitskosten in der westdeutschen Industrie auf fast 43,- Euro pro Arbeitnehmer und Stunde. Damit liegen die industriellen Arbeitskosten um ein Drittel höher als im Schnitt der anderen Industrieländer. Da die Produktivität in den letzten Jahren im Inland kaum noch gestiegen ist, haben sich Steigerungen der Arbeitskosten nahezu 1:1 in höheren Lohnstückkosten niedergeschlagen und unsere Wettbewerbsfähigkeit verschlechtert.

Gerade für einen international ausgerichteten und im globalen Wettbewerb stehenden Standort wie Deutschland oder Bayern stellt das hohe Niveau der industriellen Arbeitskosten eine erhebliche Belastung für Wertschöpfung und Beschäftigung dar. Deshalb gilt es, einerseits den Abstand bei den Arbeitskosten abzubauen und andererseits den Kostennachteil durch mehr Flexibilität und eine höhere Produktivität auszugleichen.

  • Die Lohnpolitik muss dauerhaft moderat ausfallen, indem sie sich am gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsfortschritt orientiert und das Kostenniveau in anderen Ländern im Blick hat.
  • Die Personalzusatzkostenquote muss stabilisiert und mittelfristig gesenkt werden.
  • Die Internationalisierung der Wertschöpfungskette geht nicht zu Lasten der inländischen Wertschöpfung, sondern hilft den Unternehmen, ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
  • Die Produktivität muss mindestens so stark steigen wie die Arbeitskosten. Der entscheidende Treiber hierfür ist der technische Fortschritt, insbesondere die Digitalisierung.
  • Dem Nachteil des hohen Kostenniveaus muss durch mehr Flexibilität entgegengewirkt werden: durch Flexibilität beim Entgelt ebenso wie durch Flexibilität bei Arbeitszeit, Personaleinsatz und Wertschöpfung.
  • Alle für die industrielle Wertschöpfung relevanten Kostenelemente am Inlandsstandort müssen begrenzt werden.


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