Letzte Aktualisierung: 03. Mai 2019

Studie

Wettbewerber der deutschen M+E Industrie - Länderreport Tschechien

Die Studie Wettbewerber der deutschen M+E Industrie untersucht und vergleicht entscheidende Standortfaktoren für wichtige Wettbewerber und Standortalternativen der M+E-Industrie in Deutschland.

Tschechien ist der wichtigste Handelspartner Bayerns in Mittel- und Osteuropa

Bayerns Nachbarstaat Tschechien ist ein wichtiger Investitionsstandort für Unternehmen aus dem Freistaat. Sie haben 237 Betriebe in Tschechien, in denen knapp 70.000 Beschäftigte tätig sind.

Für die bayerische M+E Industrie ist Tschechien der wichtigste Handelspartner in Mittel- und Osteuropa und der fünftwichtigste Partner insgesamt. 5,8 Prozent der Exporte und Importe von M+E Produkten werden mit Tschechien abgewickelt . Tschechien ist vor allem ein wichtiges Lieferland für M+E Produkte. 9,3 Prozent aller M+E Importe Bayerns kamen 2018 aus Tschechien, nur aus China (11,2 Prozent) wurde mehr bezogen. Der Exportanteil liegt bei 3,1 Prozent.

Niedriges Kostenniveau und geringe Steuerbelastung in Tschechien

  • In der Gruppe der MOE-Staaten hat Tschechien zusammen mit der Slowakei mit 11,87 Euro pro Stunde die höchsten Arbeitskosten. Damit betragen diese aber nur 27 Prozent des deutschen Niveaus von 43,42 Euro.
  • Auch die Energiepreise liegen deutlich niedriger als in Deutschland. Mit 86,49 Euro pro MWh erreichen die Industriestrompreise nur zwei Drittel des deutschen Niveaus. Zudem hat sich der Abstand in den letzten Jahren spürbar vergrößert. Während der Industriestrompreis in Deutschland in den letzten zehn Jahren um ganze 64 Prozent gestiegen ist, verteuerte er sich in Tschechien nur um 2,6 Prozent.
  • Die Steuerbelastung für Unternehmen ist in Tschechien ebenfalls geringer als in Deutschland. Der durchschnittliche Steuersatz liegt mit 19,0 Prozent um zwölf Punkte unter dem Steuersatz in Deutschland. Die Steuerbürokratie konnte in den vergangenen Jahren massiv abgebaut werden, sodass der Nachteil gegenüber Deutschland inzwischen weitgehend ausgeglichen ist (230 Stunden Aufwand p.a. ggüb. 218 Stunden).
  • Der Kündigungsschutz in Tschechien ist relativ stark und fast genauso streng reguliert wie in Deutschland. Temporäre Beschäftigungsverhältnisse wie Zeitarbeit oder Befristungen unterliegen strengeren Regulierungen als in Deutschland.

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