Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2018

Position

Gewerkschaftsbonus verhindern

Differenzierungsklauseln für Gewerkschaftsmitglieder sind in der betrieblichen Praxis auch als sogenannter Gewerkschaftsbonus bekannt. Dies sind tarifliche Regelungen, die Gewerkschaftsmitgliedern gegenüber nichtorganisierten Arbeitnehmern bestimmte Vorteile einräumen sollen. Gewerkschaften fordern diese mit der Begründung, dadurch „Raubkopien der eigenen Tarifverträge“, „unlautere Billigkonkurrenz“ oder auch „Trittbrettfahrer“ abzuwehren.

Die IG Metall hat Bonusregelungen für Gewerkschaftsmitglieder sowohl in ihren Forderungskatalog für Verhandlungen über Flächentarifverträge als auch für Verhandlungen über Ergänzungs- und Anerkennungstarifverträgen aufgenommen. In Bayern lehnen wir solche Regelungen als Tarifvertragspartei der Metall- und Elektroindustrie strikt ab und konnten diese in den vergangenen Jahren auch größtenteils verhindern.

Der Große Senat des Bundesarbeitsgerichts hat die Zulässigkeit von Differenzierungsklausel bereits 1967 zu Recht verneint. Leider folgten beginnend ab dem Jahr 2007 höchstrichterliche Entscheidungen, die Differenzierungsklauseln in Tarifverträgen ermöglichen. Wir fordern, zur Rechtsprechung des Großen Senats von 1967 zurückzukehren.

Gewerkschaftsboni sind ein tarifpolitischer Irrweg

Wir sehen in Bonusregelungen für Gewerkschaftsmitglieder einen tarifpolitischen Irrweg. Die Forderung nach Extraleistungen nur für Gewerkschaftsmitglieder verringert die Akzeptanz von Tarifverträgen und schwächt langfristig die Tarifbindung.


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