Letzte Aktualisierung: 06. November 2019

Perspektiven M+E / Oberfranken

Rückblick – vbm Tarifkongress 2019 – Tarifbindung in Bayern

Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten im Rahmen des Tarifkongresses des vbm am 05. November 2019 in Sonnefeld über die Anforderungen an wettbewerbsfähige Tarifverträge und die Entwicklung der Tarifbindung in Bayern.

Tarifverträge auch für unsichere Konjunktur tragfähig machen

"Nach meiner festen Überzeugung stehen wir an einem Scheideweg des Tarifvertragssystems. Es stellt sich die Frage: Will die Gewerkschaft in Zukunft einen Flächentarifvertrag für weniger Unternehmen oder will sie einen Flächentarifvertrag für die gesamte M+E Industrie? Wenn sie das Letztere will, dann muss sie dies zeigen und entsprechend handeln", so begrüßte Thomas Kaeser, Vorstandsvorsitzender der vbm Region Oberfranken-West, die Gäste in seinem Eingangsstatement.

Tarifverträge müssen für alle M+E-Unternehmen passen - auch in schlechten Zeiten

Kaeser wies darauf hin, dass der Tarifvertrag für jedes M+E-Unternehmen jeder Größe zu jeder Zeit passen muss, auch – wie aktuell – in schwierigen Zeiten: "Wir müssen die dort geführten Verhandlungen vor dem Hintergrund sehen, dass wir uns aktuell gesamtwirtschaftlich am Rande einer Rezession befinden. Nach einem Rückgang der Produktion um 0,1 Prozent im ersten Quartal 2019 fällt auch das zweite Quartal mit minus 2,3 Prozent deutlich negativ aus. Das war der fünfte Quartalsrückgang in Folge. Insgesamt lag die M+E-Produktion im 1. Halbjahr 2019 um 7,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Und es verdichten sich die Anzeichen, dass dieser Trend auch auf andere Wirtschaftszweige übergreift", so Kaeser. Nach Auffassung des vbm geht es bei den bevorstehenden Verhandlungen um mehr als um Entgeltsteigerung für die Arbeitnehmer.

Die Belastung aus den letzten Tarifrunden ist für die M+E-Unternehmen zu hoch

In der Podiumsdiskussion warnte Thomas Kaeser vor einer überzogenen Entwicklung der M+E Tarifentgelte: "Diese sind in den letzten zehn Jahren um insgesamt über 33 Prozent gestiegen. Hinzu kam das neue Tarifliche Zusatzgeld, auch bekannt als T-ZUG, inklusive der Möglichkeit für bestimmte Beschäftigungsgruppen, dieses in zusätzliche freie Tage umzuwandeln. Aus Sicht der IG Metall sind das sehr moderne Regelungen, die mehr Flexibilität schaffen. Aus Sicht der Arbeitgeber aber sind es vor allem sehr komplexe und organisatorisch belastende Bestimmungen, die Zeit, Arbeitseinsatz und Geld kosten."

Unternehmen benötigen Planungssicherheit

Auf ihrem Gewerkschaftstag, so der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des vbm, Dr. Christof Prechtl, hat die IG Metall die aktuelle wirtschaftliche Situation grundsätzlich richtig analysiert, jedoch die falschen Schlüsse daraus gezogen. "Wir müssen die richtigen Weichenstellungen vornehmen, damit Beschäftigte und Unternehmen die Planungssicherheit bekommen, die beide Seiten in den Zeiten der digitalen Transformation, zunehmenden Handelskonflikte und einer sich weiter abkühlenden Konjunktur benötigen."

Rückblick

Rückblick – vbm Tarifkongress 2019 – Tarifbindung in Bayern
am 05.11.2019 in Sonnefeld (Coburg)

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Geschäftsführer der bayme vbm Geschäftsstelle Oberfranken

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