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Andreas Ebersperger

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

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17.01.24 | Pressemitteilung

Verschlechterte Lage, Investitionsentscheidungen für das Ausland / Andreas Karl: „Jedes dritte Unternehmen sieht schlechtere Standortbedingungen“

Die Lage in der Metall- und Elektro-Industrie in der Region MünchenNord-Ingolstadt hat sich im zweiten Halbjahr 2023 verschlechtert, die Erwartungen für die kommenden Monate sind verhalten. „Die schwelende Haushaltskrise, hohe Kosten, insbesondere bei Energie und Arbeit sowie die überbordende Bürokratie verunsichern die Unternehmen. Die Folge: Die Schere zu Gunsten der Auslandsstandorte öffnet sich weiter, vor allem Inlandsinvestitionen gehen zunehmend verloren. Wir brauchen dringend eine verlässliche Standortpolitik, um eine De-Industrialisierung zu verhindern“, erklärte Andreas F. Karl, Vorsitzender des bayme vbm Vorstands der Region MünchenNord-Ingolstadt, zur aktuellen Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen der Region, die heute in Ingolstadt vorgestellt wurde.

Nur noch knapp 22 Prozent der Unternehmen der Region bewerten die inländische Geschäftslage als gut, beim Auslandsgeschäft sind es sogar nur knapp 10 Prozent. Die Salden haben sich seit der letzten Erhebung stark verschlechtert und liegen für das Inlandsgeschäft bei -8,4 Punkten und für das Auslandgeschäft bei -23 Punkten. Auch bei den Erwartungen für das kommende Jahr weist die Umfrage schwächere Werte auf als zuletzt. Für das Inlandsgeschäft liegen sie bei -12 Punkten und für das Auslandsgeschäft bei +6 Punkten.

Die Investitionspläne der M+E Unternehmen sind weiter gesunken und liegen im negativen Bereich. Nur noch 14 Prozent wollen die Investitionen in den kommenden Monaten erhöhen. „Große Sorge bereitet uns, dass nur noch 15 Prozent davon auf Erweiterungen entfallen, der weit überwiegende Teil sind mit 32 Prozent Ersatzbeschaffungen und mit 18 Prozent Rationalisierungen. Das ist ein gefährlicher Mix für unseren Standort. Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht zügig verbessern und die Politik für Planungssicherheit und Stabilität sorgen, befürchten wir eine zunehmende De-Industrialisierung“, sorgt sich Karl.

Laut Umfrage gibt rund ein Drittel der Unternehmen an, dass sich in den letzten 24 Monaten die Standortbedingungen verschlechtert haben. Mehr als ein Viertel der Unternehmen, die über verschlechterte Standortbedingungen berichten, hat bereits Wertschöpfung ins Ausland verlagert. Weitere 49 Prozent planen dies. „Wir verlieren zunehmend Investitionen und Wertschöpfung an das Ausland. Die verschlechterten Standortbedingungen wirken sich vor allem negativ auf die inländische Investitionstätigkeit aus. 41 Prozent planen daher Investitionen im Ausland statt im Inland“, so Karl weiter.

Die Beschäftigungspläne der M+E Unternehmen sind derzeit noch konstant. „Im Verlauf des Jahres 2024 wird die Zahl der Beschäftigten in der oberbayerischen M+E-Industrie bei rund 257.000 in etwa gleich bleiben“, berichtet Karl, fügt aber hinzu: „Die De-Industrialisierung wirft ihre Schatten voraus. Steuern wir nicht um, werden wir einen Anstieg der Arbeitslosigkeit erleben.“