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Maximilian Stoib

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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26.09.22 | Pressemitteilung

Nachfrage sinkt: M+E Exporte im Juli knapp 12 Prozent unter Vorjahresniveau / Brossardt: „Betriebe sind im Krisenmodus“

Die Exporte der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie sind im Juli 2022 mengenmäßig um 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau gesunken. Das haben die Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm aus den Außenhandelsdaten des Bayerischen Landesamts für Statistik errechnet. „Grund für den Rückgang sind zum einen Lieferengpässe bei Material und Vorprodukten, die die Produktion einbremsen. Zum anderen trübt sich die konjunkturelle Lage weltweit ein. Die Nachfrage nach M+E Erzeugnissen aus Bayern sinkt. Das lässt uns für die kommenden Monate nichts Gutes hoffen. Die Betriebe sind im Krisenmodus“, so bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Wertmäßig erhöhten sich die M+E Ausfuhren im Juli insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,8 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Die Exporte in die USA lagen um 18 Prozent über Vorjahresniveau, die Exporte nach China um 16 Prozent darüber. „Diese Zuwächse sind allein auf gestiegene Preise zurückzuführen. Der Umsatz der Betriebe erhöht sich zwar, aber die Kostensteigerungen sind noch viel höher. Importierte Vorleistungen sind bereits seit Monaten um rund 20 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, die Einfuhrpreise für Energie liegen um 140 Prozent über Vorjahresniveau. Diese Preissteigerungen können die Betriebe kaum weitergeben“, erläutert Brossardt.

Besonders deutlich wird die schwierige Lage mit Blick auf das Vorrezessionsniveau von 2018: „Bayerns M+E Exporte liegen in der Summe der ersten sieben Monate 2022 auch wertmäßig noch um sechs Prozent unter dem Niveau des Jahres 2018. Besonders betroffen ist die Automobilindustrie. Die Pkw-Exporte waren in den ersten sieben Monaten 2022 um ein Fünftel niedriger als 2018“, erklärt Brossardt.

Mit Blick auf die laufende Tarifrunde stellt Brossardt klar: „Unsere Unternehmen stehen unter einem immensen Druck. Die Forderungen nach 8 Prozent mehr Lohn sind fernab der aktuellen Realität. Wir brauchen einen realistischen und elastischen Tarifvertrag, der den aktuellen Belastungen Rechnung trägt. Wir müssen Balance halten und appellieren an die Vernunft der IG Metall, Maß und Mitte zu bewahren. Nur so können wir die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts sichern.“

Die M+E Industrie hat eine tragende Rolle für die exportorientierte bayerische Wirtschaft: In Summe exportieren die bayerischen M+E Betriebe in den Monaten Januar bis Juli Waren im Wert von 75,5 Milliarden Euro. Das entspricht knapp 63 Prozent aller Ausfuhren aus dem Freistaat in diesem Zeitraum.