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03.09.26 | Pressemitteilung

Beschäftigungsabbau setzt sich fort, 35.000 Stellen seit Anfang 2024 weniger / Brossardt: „Tarifabschluss mit Augenmaß ist die Basis für eine Reindustrialisierung“

Die bayerische M+E Industrie steht weiter enorm unter Druck, Produktion und Beschäftigung gehen auch im Jahr 2026 weiter zurück. „Die Folgen des anhaltenden Iran-Kriegs, das allgemein schwierige und unsichere außenwirtschaftliche Umfeld sowie vor allem auch die strukturellen Standortprobleme im Inland machen den Unternehmen schwer zu schaffen“, fasst der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm, Bertram Brossardt, die zentralen Ergebnisse des aktuellen M+E Konjunkturreports der Verbände zusammen. „Auch wenn die bayerische Wirtschaft nicht alle Maßnahmen des angekündigten Reformpakets gutheißt, so hat die Bundesregierung doch ein Signal gesetzt. Entscheidend ist jetzt die schnelle Umsetzung. Wir verlieren Tag für Tag an Wettbewerbsfähigkeit, das ist fatal“, kritisiert Brossardt.

Die Produktion in der M+E Industrie entwickelt sich weiter schwach. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 gab sie um 0,1 Prozent nach. „Wir liegen damit inzwischen um mehr als 15 Prozent unter dem Produktionsniveau von 2018, dem letzten wirklichen Boomjahr der bayerischen M+E Industrie. Das ist ganz klar ein Tiefpunkt“, so Brossardt und ergänzt: „Schmerzhaft waren die erneuten Verluste der beiden größten M+E Wirtschaftszweige, der Automobilindustrie sowie des Maschinenbaus. Beide Branchen verzeichneten gegenüber dem Vorquartal 2026 Verluste zwischen sieben und neun Prozent.“ Lediglich beim „Sonstigen Fahrzeugbau“ und den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen stieg die Produktion. Bei den Auftragseingängen in der M+E Industrie ergab sich von April bis Juni 2026 ein Auftragsplus von 2,7 Prozent gegenüber dem ersten Jahresviertel. „Dies verdanken wir vor allem inländischen Großaufträgen im Defense-Sektor,“ ordnet Brossardt die Zahlen ein.

Der Beschäftigungsrückgang in der bayerischen M+E Industrie setzt sich derweil ungebremst fort. Gegenüber dem Vorquartal ging die Zahl der Beschäftigten im zweiten Quartal 2026 um 0,7 Prozent zurück. „Im Verlauf der ersten sechs Monate gingen fast 11.000 Arbeitsplätze verloren, seit dem letzten Höchststand Anfang 2024 sind es sogar mehr als 35.000 Stellen. Die Deindustrialisierung schlägt weiter auf die Beschäftigung durch. Diese Entwicklung müssen wir unbedingt stoppen“, warnt Brossardt. Abgesehen vom Sonstigen Fahrzeugbau mussten alle Branchen der bayerischen M+E Industrie Arbeitsplätze abbauen. Für die kommenden Monate erwarten bayme vbm eine Fortsetzung des Rückgangs. Dazu Brossardt: „Die Beschäftigungspläne der bayerischen M+E Unternehmen bleiben bedauerlicherweise im negativen Bereich. Im Automotive-Sektor und bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen sind die Aussichten besonders negativ.“

Mit Blick auf die anstehende Tarifrunde in der M+E Industrie setzen die M+E Arbeitgeber daher auf einen Tarifabschluss, der die Arbeitskosten in Grenzen hält und es den Betrieben ermöglicht, noch flexibler auf die aktuelle Krisensituation zu reagieren. „Gemeinsames Ziel muss es sein, die wohlstandsvernichtende Deindustrialisierung zu stoppen und den Grundstein für eine nachhaltige und dauerhafte Reindustrialisierung zu legen. Als Tarifparteien stehen wir dazu in der Verantwortung“, so Brossardt. Gleichzeitig sehen die bayerischen M+E Arbeitgeber aber auch die Politik in der Pflicht: „Die Bundesregierung muss diesen Herbst bei den wichtigsten Reformen liefern – die Zeit läuft uns davon,“ betont Brossardt.

Den vollständigen M+E Konjunkturreport 03/2026 finden Sie hier : M+E Konjunkturreport 03/2026