Kontakt in Ihrer Geschäftsstelle

Sobald Sie sich eingeloggt haben, finden Kontaktformular Sie hier die passende Kontaktperson in Funktion Ihrer Geschäftsstelle vor Ort.

Autor*in des Beitrags

Andreas Ebersperger

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-373 +49 (0)172-855 70 25 E-Mail senden

17.01.23 | Pressemitteilung

Stabile Lage – pessimistische Erwartungen / Andreas Karl: „Fach- und Arbeitskräftemangel bremst 83 Prozent der Betriebe aus“

Die Lage in der Metall- und Elektro-Industrie in Oberbayern und in der Region MünchenNord-Ingolstadt ist stabil, aber weiterhin von Unsicherheiten geprägt. Während sich der Materialmangel etwas entspannt, sind die Preise bei Vorprodukten, Logistik, Rohstoffen und Energie unverändert hoch. Zudem schwächt sich die Auftragslage ab. Das wirkt sich negativ auf die Geschäftserwartungen der Unternehmen aus. „Hohe Kosten, eine gefährdete Versorgungssicherheit mit Energie, die sich abkühlende Weltkonjunktur und vielfältige geopolitische Risiken verunsichern unsere Unternehmen. Zeitgleich entwickelt sich der Arbeits- und Fachkräftemangel zur Belastungsprobe und zum Wachstumshemmnis für unsere Industrie. Für die kommenden Monate hoffen wir, dass die Gas- und Strompreisbremsen ihre entlastende Wirkung für die Unternehmen entfalten. Andernfalls würde dies zu einer konjunkturellen Talfahrt führen“, erklärte Andreas Karl, Vorsitzender bayme vbm Region MünchenNord-Ingolstadt, zur aktuellen Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen der Region.

Laut Umfrage wird die aktuelle Geschäftslage von 62 Prozent der Unternehmen in der Region als gut bewertet, 5,4 Prozent sehen sie als schlecht an. Die Erwartungen für das kommende Jahr liegen hingegen weiterhin leicht im negativen Bereich. Sowohl beim Inlands- als auch beim Auslandsgeschäft rechnet eine große Mehrheit von fast 70 Prozent mit keiner nennenswerten Änderung.

Kernproblem der Unternehmen bleibt laut Umfrage der Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten. Rund 45 Prozent der Unternehmen leiden unter mittelmäßigen bis starken Beeinträchtigungen durch den Materialmangel. Knapp 89 Prozent haben mit verspäteten Lieferungen zu kämpfen. „Die Produktionspläne sind stabil. Wir erwarten eine Erholung ab dem Frühjahr 2023, die sich im Herbst 2023 verlangsamen wird. Im Jahresdurchschnitt 2023 wird die Produktion auf dem Niveau von 2022 liegen“, prognostiziert Karl.

Bei den Investitionsplänen sind die M+E Unternehmen der Region zurückhaltender: Ein Drittel will die Investitionen in den kommenden Monaten erhöhen. „Aber nur knapp 26 Prozent der geplanten Investitionen entfallen auf Erweiterungen. Unser Standort hat durch den Krisen-Cocktail an Attraktivität eingebüßt. Um dauerhaft für Investitionen interessant zu bleiben, müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden“, findet Karl und ergänzt: „Sorge bereiten hohe Arbeitskosten, Steuern und Abgaben sowie Bürokratiemonster wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.“

Die Ertragslage der Unternehmen in der Region ist gut, aber auch differenziert. Fast zwei Drittel der Betriebe rechnen im laufenden Jahr mit einer Nettoumsatzrendite von über vier Prozent. Gleichzeitig befinden sich 20 Prozent der Unternehmen in einem kritischen Bereich: 7,7 Prozent befürchten Verluste und fast 13 Prozent müssen mit einer Rendite von unter zwei Prozent auskommen. „Die Ergebnisse lassen Spielraum, falls sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im kommenden Jahr verschlechtern sollten. Aber für eine Entwarnung ist es zu früh“, so Karl.

Die Beschäftigung wird in den kommenden Monaten weiter moderat steigen. Knapp 45 Prozent der Firmen wollen im ersten Halbjahr 2023 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, weniger als zwei Prozent der befragten Betriebe wollen Stellen abbauen. Bremsend wirkt der Arbeitskräftemangel. 44 Prozent der Betriebe sehen ihre Produktion dadurch erheblich beeinträchtigt, weitere knapp 39 Prozent zumindest geringfügig. Nur 17 Prozent der Unternehmen berichten von keinerlei Einschränkungen durch fehlendes Personal. „Im vergangenen Jahr haben die oberbayerischen M+E Unternehmen rund 4.500 Stellen geschaffen. Bis zum Jahresende 2023 erwarten wir einen Anstieg der Beschäftigung um rund 3.300 weitere Stellen auf dann rund 258.000 in ganz Oberbayern“, berichtet Karl und fügt hinzu: „Um langfristig den Bedarf zu decken, brauchen wir eine erleichterte Zuwanderung von Fachkräften und begrüßen die aktuellen Entwicklungen bei der gesetzlichen Anpassung der Fachkräftezuwanderung.“

Michael Mißlbeck, Vorstandsmitglied der bayme Region MünchenNord-Ingolstadt, HR and Communication, MT Technologies GmbH, Ingolstadt ergänzte: „Die MT Gruppe befindet sich, wie nahezu alle Unternehmen im Automobil-Bereich, in einem massiven Transformationsprozess, was sich auch in einem unbefriedigenden Geschäftsergebnis niederschlägt. Um diesen Prozess aber aktiv zu gestalten, wollen wir am Standort massiv investieren: Der Maschinenpark im Formenbau wurde mit 15 Millionen Euro runderneuert und ist auf dem neuesten Stand der Technik. Die Herausforderung ist es nun, die Prozesse entsprechend anzupassen und die Mitarbeiter auf diesem Weg mitzunehmen.“