Kontakt in Ihrer Geschäftsstelle

Sobald Sie sich eingeloggt haben, finden Kontaktformular Sie hier die passende Kontaktperson in Funktion Ihrer Geschäftsstelle vor Ort.

Autor*in des Beitrags

Lena Grümann

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-391 +49 (0)151-675 501 26 E-Mail senden

Pressemitteilung | 02.08.2022

Eingetrübte und heterogene Geschäftslage – pessimistische Perspektiven – Gas-Stopp als Damoklesschwert / Böhlke: „Unternehmen sind enorm verunsichert“

Die Lage in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie ist angespannt, sehr heterogen und von enormer Unsicherheit geprägt. Lieferengpässe und Materialmangel sowie stark gestiegene Preise bei Vorprodukten, Frachtkosten, Rohstoffen und Energie wirken sich negativ auf die Geschäftserwartungen der Unternehmen aus. Dadurch können viele Aufträge nicht abgearbeitet werden. „Die Lage der mittelfränkischen Unternehmen ist sehr differenziert und die Verunsicherung groß. Aktuell sinkt die Produktion und der Blick auf die kommenden Monate ist mehrheitlich pessimistisch. Ein möglicher Erdgasstopp und generell die Erdgasknappheit hängt als großes Damoklesschwert über allem. Dazu kommt eine hohe Krankheitsquote durch die stark steigenden Corona-Fallzahlen, die den bestehenden Arbeitskräftemangel noch weiter verschärfen“, erklärte Jens Böhlke, Regionalvorstandsmitglied Mittelfranken und Regionalvorsitzender der Region Nürnberg – Fürth – Erlangen der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm zur aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Nürnberg vorgestellt wurde.

Laut Umfrage wird die aktuelle Geschäftslage in Mittelfranken schlechter als zu Jahresbeginn bewertet. Die Salden liegen fürs Inlandsgeschäft bei +42,8 Punkten und im Auslandsgeschäft bei +38,3 Punkten. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind deutlich gesunken und liegen mittlerweile im negativen Bereich. Sie liegen für das Inlandsgeschäft bei -39,8 Punkten und für das Auslandsgeschäft bei -11,0 Punkten. Die negativen Erwartungen zeigen die enorme Verunsicherung in der mittelfränkischen M+E Industrie. Lediglich der weiterhin hohe Auftragsbestand hat ein stärkeres Absinken verhindert. Sollten aber die Beschaffungspreise weiter stark steigen und russische Gaslieferungen ausbleiben, dann dürfte sich das Bild drastisch ändern“, erklärt Böhlke.

Kernproblem bleibt laut Umfrage der massive Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten. Die Produktionspläne im Inland sind nur noch moderat aufwärts gerichtet. „Der Saldo aus positiven und negativen Antworten sank gegenüber der Januar-Umfrage moderat von +41,2 auf +34,5 Punkte. Die Investitionspläne sind in ähnlichem Maße gesunken, von einem Saldo von +31,6 auf +27,6 Punkte. Mit einem Anteil von 26 Prozent stehen die Ersatzbeschaffungen an erster Stelle. 23 Prozent entfallen auf Erweiterungsinvestitionen, fast 19 Prozent auf Innovationen und 14,5 Prozent auf Rationalisierungen - und das alles ohne Einbeziehung eines Gas-Lieferstopps“, prognostiziert Böhlke und ergänzt: „Unsere Unternehmen brauchen ausreichend Finanzmittel, ansonsten droht die Bewältigung der Transformation zu scheitern.“

„Die Ertragslage für Mittelfranken stellt sich sehr differenziert dar. Mehr als jeder zweite Betrieb hofft für das Jahr 2022 auf eine Nettoumsatzrendite von mehr als vier Prozent. Gleichzeitig befürchtet ein Viertel der Unternehmen eine kritische Ertragslage: Allein 18,8 Prozent rechnen mit Verlusten, knapp sechs Prozent gehen von einer Nettoumsatzrendite von unter zwei Prozent aus. Verschlechtern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahresverlauf noch weiter, dürften immer mehr Unternehmen auf eine kritische Ertragslage zusteuern“, so Böhlke.

Die Beschäftigungspläne der M+E Unternehmen in Mittelfranken sollen der Befragung zufolge ansteigen. „Ein knappes Viertel der Unternehmen plant einen Beschäftigungsaufbau. Im Jahresverlauf wird die Beschäftigung um rund 1.500 Stellen auf dann über 129.000 Personen zum Jahresende 2022 zunehmen“, sagte Böhlke.

Im Hinblick auf die anstehende Tarifrunde in der bayerischen M+E Industrie warnen die Arbeitgeberverbände bayme vbm aber vor falschen Schlüssen für die Lohnforde-rung. „Die aktuell hohe Inflation dürfen wir nicht durch hohe Tarifabschlüsse zementieren, die den Unternehmen die Luft für Zukunftsinvestitionen nehmen. Dadurch gäbe es nur Verlierer – sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Unternehmen. Fakt ist, dass die Tarifentgelte seit 2018 um über neun Prozent gestiegen sind“, so Böhlke abschließend.

Link zur zentralen Auswertung: www.baymevbm.de/konjunkturumfrage