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Tobias Rademacher

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

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Pressemitteilung | 04.08.2022

Eingetrübte und heterogene Geschäftslage – pessimistische Perspektiven – Gas-Stopp als Damoklesschwert / Imakoji: „Unternehmen sind enorm verunsichert“

Die Lage in der schwäbischen Metall- und Elektro-Industrie ist angespannt, sehr heterogen und von enormer Unsicherheit geprägt. Lieferengpässe und Materialmangel sowie stark gestiegene Preise bei Vorprodukten, Frachtkosten, Rohstoffen und Energie wirken sich negativ auf die Geschäftserwartungen der Unternehmen aus. Dadurch können viele Aufträge nicht abgearbeitet werden. „Die Lage der schwäbischen Unternehmen ist sehr differenziert und die Verunsicherung groß. Aktuell sinkt die Produktion und der Blick auf die kommenden Monate ist mehrheitlich pessimistisch. Ein möglicher Erdgasstopp und generell die Erdgasknappheit hängt als großes Damoklesschwert über allem. Dazu kommt eine hohe Krankheitsquote durch die stark steigenden Corona-Fallzahlen, die den bestehenden Arbeitskräftemangel noch weiter verschärfen“, erklärte Hirohito Imakoji, Vorsitzender des Vorstands der bayme vbm Region Allgäu, zur aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Augsburg vorgestellt wurde.

Laut Umfrage wird die aktuelle Geschäftslage in Schwaben nur unwesentlich schlechter als zum Jahresbeginn bewertet. Die Salden liegen fürs Inlandsgeschäft bei +43,9 Punkten und im Auslandsgeschäft bei +37,8 Punkten. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind hingegen deutlich gesunken und liegen fürs Inland mittlerweile im negativen Bereich. Sie liegen für das Inlandsgeschäft bei -5,8 Punkten und für das Auslandsgeschäft bei nur noch +2,8 Punkten. Die eingetrübten Erwartungen zeigen die enorme Verunsicherung in der schwäbischen M+E Industrie. Lediglich der weiterhin hohe Auftragsbestand hat ein stärkeres Absinken verhindert. Sollten aber die Beschaffungspreise weiter stark steigen und russische Gaslieferungen ausbleiben, dann dürfte sich das Bild drastisch ändern“, erklärt Imakoji.

Kernproblem bleibt laut Umfrage der massive Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten. Die Produktionspläne im Inland sind nur noch moderat aufwärts gerichtet. „Der Saldo aus positiven und negativen Antworten sank gegenüber der Januar-Umfrage von +39,3 auf +22,4 Punkte. Die Investitionspläne sind auch rückläufig, der Saldo sank von +19,4 auf +10,2 Punkte. Mit einem Anteil von 25 Prozent stehen die Ersatzbeschaffungen an erster Stelle. Jeweils rund 18 Prozent entfallen auf Erweiterungsinvestitionen, auf Innovationen und auf Rationalisierungen - und das alles ohne Einbeziehung eines Gas-Lieferstopps“, prognostiziert Imakoji und ergänzt: „Unsere Unternehmen brauchen ausreichend Finanzmittel, ansonsten droht die Bewältigung der Transformation zu scheitern.“

„Die Ertragslage für Schwaben stellt sich als insgesamt sehr differenziert dar. Denn jedes Dritte Unternehmen befürchtet für das Jahr 2022 eine kritische Ertragslage: Fast acht Prozent rechnen mit Verlusten, weitere rund 25 Prozent gehen von einer Nettoumsatzrendite von unter zwei Prozent aus. Verschlechtern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahresverlauf noch weiter, dürften immer mehr Unternehmen auf eine kritische Ertragslage zusteuern“, so Imakoji.

Die Beschäftigungspläne der M+E Unternehmen in Schwaben sollen der Befragung zufolge ansteigen. „Knapp jedes zweite Unternehmen plant einen Beschäftigungsaufbau. Im Jahresverlauf wird die Beschäftigung um rund 1.600 Stellen auf dann rund 136.000 Personen zum Jahresende 2022 zunehmen“, erklärt Imakoji.

Im Hinblick auf die anstehende Tarifrunde in der bayerischen M+E Industrie warnen die Arbeitgeberverbände bayme vbm aber vor falschen Schlüssen für die Lohnforderung. „Die aktuell hohe Inflation dürfen wir nicht durch hohe Tarifabschlüsse zementieren, die den Unternehmen die Luft für Zukunftsinvestitionen nehmen. Dadurch gäbe es nur Verlierer – sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Unternehmen. Fakt ist, dass die Tarifentgelte seit 2018 um über neun Prozent gestiegen sind“, so Imakoji abschließend.