Letzte Aktualisierung: 23. November 2011

Pressemitteilung

Energiewende: vbw legt Studie für Netzausbau vor / Brossardt: „Bayern darf sicheren Stromanschluss nicht verlieren“

23.11.2011 - München

Die Energiewende betrifft nicht nur die Stromerzeugung. Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und dem Ausbau erneuerbarer Energien ändern sich auch die Anforderungen an das deutsche Übertragungsnetz gravierend. Eine aktuelle Studie der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. kommt zu dem klaren Ergebnis: Der Netzausbau nach heutiger Planung reicht nicht aus, um die Stromversorgung insbesondere in Süddeutschland und vor allem in Bayern auch in Zukunft zu sichern. Es ist notwendig, ergänzende Hochleistungstransportleitungen als „Stromautobahnen“ oder „Overlay-Grid“ zu bauen.

„Die sichere Stromversorgung gehört für uns zu den unverrückbaren energiepolitischen Zielen. Sie ist Basis für den Hightech-Standort Bayern mit seinem hohen Industrieanteil und seinen zahlreichen energieintensiven Unternehmen. Das deutsche Stromnetz muss schnellstmöglich ausgebaut werden, und zwar quantitativ und qualitativ, langstreckig ebenso wie kurzstreckig. Die Netzstudie zeigt: Mit dem geplanten Ausbau in 380 Kilovolt allein lassen sich Kernenergieausstieg und Ausbau der erneuerbaren Energien vor allem in Bayern keinesfalls bewältigen. Gravierende Versorgungsprobleme und Standortnachteile wären die Folge“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Aus dem Umstieg in der Energieerzeugung ergeben sich ganz neue Anforderungen an das deutsche Stromtransportnetz. Während Strom bislang hauptsächlich über mittlere Entfernungen von 50 bis 100 Kilometern geleitet wurde, muss er künftig über sehr viel längere Strecken fließen. Nach Abschaltung der Kernkraftwerke im Süden muss vor allem der Strom aus Offshore-Windanlagen im Norden zu den Verbrauchszentren in Bayern gelangen. Aufgrund der hohen Strommengen und großen Entfernungen sind hierfür spezielle Höchstspannungsleitungen erforderlich. Die bisherigen Leitungen könnten diese Leistung nicht erbringen.

Die vbw fordert, in Ergänzung der geplanten Verteilstruktur ein Langstreckennetz mit hohen Kapazitäten aufzubauen. Dieses „Overlay-Grid“ muss aus mehreren Nord-Süd-Transportleitungen von 700 bis 800 Kilometern bestehen. Brossardt: „Die drohenden Versorgungsengpässe können mit einer solchen kombinierten Netzstruktur verhindert werden. Deshalb ist es notwendig, Planung und Genehmigung für leistungsfähige „Stromautobahnen“ schnellstmöglich anzupacken. Bayern darf den sicheren Stromanschluss keinesfalls verlieren.“

Kontakt: Antje Zientek, Tel. 089-551 78-399


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