Letzte Aktualisierung: 21. August 2012

Pressemitteilung

Kein Anspruch auf Hitzefrei für Arbeitnehmer / Brossardt: „Temperatur in Arbeitsräumen sollte nicht höher als 26 Grad Celsius sein“

21.08.2012 - München

(München, 21.08.2012). Aufgrund der aktuellen Hitzewelle betont die vbw dass auch bei hohen Temperaturen die Arbeitspflicht nicht automatisch entfällt. „Die Arbeitsstättenregeln sehen keine absolute Obergrenze zulässiger Temperaturen am Arbeitsplatz vor“, erläutert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Grundsätzlich soll aber die Lufttemperatur in Arbeitsräumen sowie in Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Kantinen- und Erste-Hilfe-Räumen nicht höher als 26 Grad Celsius sein. Doch auch jenseits der 26-Grad-Grenze ergeben sich keine unmittelbaren arbeitsrechtlichen Folgen. So können Arbeitnehmer beispielsweise weder klimatisierte Räume noch ‚Hitzefrei’ verlangen“, ergänzt Brossardt.

Der Arbeitgeber hat nach den gesetzlichen Vorschriften dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer gesundheitlichen Gefährdung der Beschäftigten am Arbeitsplatz kommt. Führt zum Beispiel die Sonneneinstrahlung durch Fenster, Oberlichter und Glaswände zu einer Erhöhung der Raumtemperatur auf über 26 Grad Celsius, so sind diese Bauteile mit geeigneten Sonnenschutzsystemen auszurüsten. „Es ist aber Sache jedes einzelnen Unternehmens, nach den betrieblichen Verhältnissen und der individuellen Konstitution des einzel-nen Mitarbeiters, Lösungen zu finden“, führt der vbw Hauptgeschäftsführer aus.

Solche Lösungen können laut Brossardt baulicher Natur sein, zum Beispiel Jalousien, absorbierendes oder reflektierendes Fensterglas sowie eine effektive Belüftung und Klimatisierung. „Möglich sind aber auch organisatorische Maßnahmen wie die Nutzung von Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung, die Lockerung der Bekleidungsregeln oder Bereitstellung geeigneter Getränke.“

Die vbw weist auch darauf hin, dass Arbeitnehmer unabhängig von der Wetterlage dafür verantwortlich sind, pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen. „Kann der Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz nicht erreichen, weil zum Beispiel die Zugverbindung hitzebedingt ausfällt, so gehört das zu seinem Wegerisiko“, betont Brossardt.

Kontakt: Andreas Ebersperger, Tel. 089-551 78-373


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