Letzte Aktualisierung: 10. April 2013

Pressemitteilung

Ausbildungsprojekt für junge Spanier im Landkreis Cham

04.03.2013 - Cham

Die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm und die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. starten mit dem Landkreis Cham das Modellprojekt „Spanische Auszubildende für den Landkreis Cham“. „Im Mittelpunkt des Projekts steht die hohe Qualität im Vermittlungs- und Eingliederungsprozess“, sind sich bayme vbm vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und der Chamer Landrat Franz Löffler einig. Damit sind die Verbände bayme vbm vbw deutschlandweit die ersten, die das Sonderprogramm ‚MobiPro-EU‘ zur Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen und arbeitslosen jungen Fachkräften aus Europa in ein konkretes Projekt umsetzen und mit einem umfassenden Integrationskonzept verbinden. Der Landkreis Cham ist die erste Pilotregion, die zusammen mit den Verbänden bayme vbm und vbw dieses Ausbildungsprojekt umsetzt.

Brossardt: „Mit diesem Modellprojekt wollen wir 25 jungen Spaniern und Spanierinnen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren zum Ausbildungsstart 2013 eine passende Ausbildungsstelle im Landkreis Cham vermitteln.“ Dazu werden in den nächsten Monaten spanische Partnerorganisationen mit interessierten jungen Spaniern Bewerbungsgespräche in ihrem Heimatland führen. Bei beidseitigem Interesse findet vor einem zwölfwöchigen Praktikum in einem Industriebetrieb, im Handel, im Handwerk oder in einem Dienstleistungsbetrieb im Landkreis Cham ein Praktikums-Vorbereitungskurs in Spanien statt.

Brossardt weiter: „Das Praktikum ist wichtig, um die Ausbildungsanforderungen in Bayern kennenzulernen. Genauso wichtig sind begleitende Integrationsmaßnahmen.“ Das Konzept vereint erstmals beides. Es sieht in Spanien einen zweimonatigen Deutschkurs, sowie ein interkulturelles Training vor. Darüber hinaus erhalten die spanischen Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr berufsbezogene Sprachkurse, Integrationsbegleitung und Unterstützung bei der Berufsschule. Es steht auch eine Vertrauensperson für das erste Jahr zur Verfügung, die bei Alltagsproblemen oder Schwierigkeiten im Ausbildungsbetrieb hilft. Brossardt: „Ich bin überzeugt davon, dass sich die Investition für beide, also für den Ausbildungsbetrieb und den Auszubildenden nur dann lohnt, wenn die Integration gelingt.“

Dazu Landrat Franz Löffler: „Allein im letzten Jahr konnten über 200 Ausbildungsstellen im Landkreis Cham nicht besetzt werden. Um den Wirtschaftsstandort Landkreis Cham dauerhaft sichern zu können, wird die Anwerbung von Arbeitskräften zunehmend ein Thema für unsere Unternehmen. In Südeuropa hingegen herrschen eine hohe Arbeitslosigkeit sowie ein großes Interesse an Arbeits- und Ausbildungsstellen in Deutschland. Die Motivation, Deutsch zu lernen, ist so hoch wie noch nie. Die Beteiligung an diesem Modellprojekt gibt uns die Chance, Erfahrungen auf dem Gebiet der Anwerbung und Integration von ausländischen Arbeitskräften zu sammeln. Einer erfolgreichen sozialen und kulturellen Integration dieser jungen Menschen in der Region gilt dabei unser höchstes Augenmerk. Mit Hilfe eines „Projektkümmerers“ wird sowohl den spanischen Azubis als auch allen weiteren Projektbeteiligten die bestmögliche Betreuung und Unterstützung gewährt. Neben diesem pilothaften Ausbildungsprojekt werden wir auch weiterhin unsere Bemühungen auf allen anderen Gebieten der Fachkräftesicherung und -gewinnung fortsetzen und ausbauen, wie beispielsweise die jungen Menschen in der Region zu halten, die Auspendler zurückzuholen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, das Potenzial älterer Arbeitskräfte auszuschöpfen oder tschechische Arbeitskräfte für die Region zu gewinnen.“


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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