Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Pressemitteilung

Erholung in der M+E Industrie setzt sich fort – Aufschwung durch Materialmangel gebremst – Vorrezessionsniveau wird erst 2022 erreicht / Klumpp: „Materialmangel und Unsicherheiten bremsen Produktionsentwicklung“

29.07.2021 - Regensburg

Die M+E Industrie in der Oberpfalz erholt sich von den wirtschaftlichen Auswirkungen der weltweiten Corona-Krise. Gebremst wird der Aufholprozess von einem zum Teil massiven Mangel an Material und Vorprodukten.

Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Regensburg vorgestellt wurde. „Unsere Unternehmen in der Oberpfalz sind wieder zuversichtlich. So hat sich die aktuelle Geschäftslage gegenüber dem Winter deutlich verbessert, der Saldo liegt klar im positiven Bereich. Rund 78 Prozent der Betriebe bezeichnen das aktuelle Inlandsgeschäft als gut, 73 Prozent das Auslandsgeschäft.

Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind insgesamt positiv, allerdings belasten die großen Unsicherheiten und der Transformationsdruck die Unternehmen. Klar ist jedoch, es geht bergauf. So werden wir in diesem Jahr das Niveau von vor der Corona-Krise erreichen, das Vorrezessionsniveau aus dem Jahr 2018 aber erst 2022“, sagt Dr. Stefan Klumpp, Vorsitzender der bayme vbm Region Oberpfalz-Nord. Erstmals seit Sommer 2019 liegen die inländischen Beschäftigungspläne der Unternehmen wieder im positiven Bereich. „Knapp 40 Prozent der Unternehmen planen einen Beschäftigungsaufbau, aber gleichzeitig befürchtet mehr als ein Drittel der Betriebe, Stellen abbauen zu müssen. Wir erwarten ein Auslaufen des Beschäftigungsrückgangs zum Jahresende. Im Jahresverlauf wird die Beschäftigung allerdings noch um rund 1.500 Stellen abnehmen. Damit werden zum Ende des Jahres in der Oberpfälzer M+E Industrie gut 90.000 Personen beschäftigt sein“, so Klumpp.

Die Beschäftigungspläne stehen unter den unsicheren Vorzeichen der Transformation, die zu einer heterogenen Entwicklung am Arbeitsmarkt führt. „Wir steuern auf eine Parallelität von Stellenauf- und -abbau zu. Während die Transformation in der M+E Industrie auf der einen Seite dazu führt, dass Arbeitsplätze wegfallen, entstehen auf der anderen Seite auch neue. Hier zeigt sich ein qualifikatorischer Mismatch. Zeitgleich sehen wir Kurzarbeit bei gleichzeitigem Arbeitskräftemangel“, erklärt Klumpp. So fahren 12 Prozent der Unternehmen weiterhin Kurzarbeit. Als Grund dafür geben sie mangelnde Aufträge an. Im Jahresdurchschnitt 2021 dürfte die Produktion bayernweit um 15 Prozent steigen. Für das kommende Halbjahr wollen mehr als 61 Prozent der Unternehmen in der Oberpfalz den Output erhöhen, etwa 6 Prozent müssen diesen zurückfahren. „Gebremst wird die Produktion jedoch durch fehlende Rohstoffe, fehlendes Material und fehlende Vorprodukte. Die Gründe dafür sind insgesamt vielfältig, insbesondere wirken sich aber die nach den Verwerfungen der Corona-Pandemie nur langsam wieder an Fahrt aufnehmenden weltweiten Handels- und Produktionstätigkeiten bremsend aus. Das ist inzwischen ein echtes Aufschwung-Hindernis für die M+E Unternehmen in der Oberpfalz“, kommentiert Klumpp. So ist die Produktion bei 28 Prozent der Unternehmen durch fehlendes Material stark beeinträchtigt, bei 40 Prozent spürbar und bei den restlichen 32 Prozent immer noch leicht. „Betroffen sind vor allem Rohstoffe und Vorprodukte. Dabei kommt es fast überall zu Lieferverzögerungen. Die Betriebe berichten auch über spürbare Kostenaufschläge. Das ist bei vollen Auftragsbüchern eine Situation, die wir uns nicht leisten können“, betont Klumpp. Auch bei den Investitionen schlagen sich die Unsicherheiten nieder: Nur etwa 30 Prozent der Unternehmen wollen in der zweiten Jahreshälfte mehr investieren.

„Uns stimmt aber zuversichtlich, dass rund ein Fünftel aller Investitionen auf Erweiterungen entfallen. Das ist ein starkes Signal für unseren Standort“, findet Klumpp und ergänzt: „Unsere Unternehmen brauchen mehr Luft für Investitionen, bilden diese doch den Grundstein für einen dauerhaften Aufschwung und die Bewältigung der Transformation.“


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Maximilian Stoib

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