Letzte Aktualisierung: 28. Juli 2021

Pressemitteilung

Erholung in der M+E Industrie setzt sich fort – Aufschwung durch Materialmangel gebremst – Vorrezessionsniveau wird erst 2022 erreicht / Wimmer: „Materialmangel und Unsicherheiten bremsen Produktionsentwicklung“

28.07.2021 - Passau

Die M+E Industrie in Niederbayern erholt sich von den wirtschaftlichen Auswirkungen der weltweiten Corona-Krise. Gebremst wird der Aufholprozess von einem zum Teil massiven Mangel an Material und Vorprodukten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Passau vorgestellt wurde. „Unsere Unternehmen in Niederbayern sind wieder zuversichtlich. So hat sich die aktuelle Geschäftslage gegenüber dem Winter deutlich verbessert, der Saldo liegt klar im positiven Bereich. 70 Prozent der Betriebe bezeichnen das aktuelle Inlandsgeschäft als gut, 65 Prozent das Auslandsgeschäft. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind insgesamt zurückhaltend, allerdings muss das gute Ausgangsniveau berücksichtigt werden. Klar ist jedoch, es geht bergauf. So werden wir in diesem Jahr das Niveau von vor der Corona-Krise erreichen, das Vorrezessionsniveau aus dem Jahr 2018 aber erst 2022“, sagt Bernhard Wimmer Regionalvorstandsmitglied der bayme vbm Region Niederbayern.

Der Beschäftigungsrückgang setzt sich fort. „22 Prozent der Unternehmen planen einen Beschäftigungsaufbau, aber gleichzeitig befürchten 35 Prozent der Betriebe, Stellen abbauen zu müssen. Niederbayern ist damit im bayernweiten Vergleich vom Stellenabbau am wenigsten betroffen. Im Jahresverlauf wird die Beschäftigung lediglich um rund 500 Stellen abnehmen. Damit werden zum Ende des Jahres in der niederbayerischen M+E Industrie rund 90.000 Personen beschäftigt sein. Die Beschäftigungspläne stehen unter den unsicheren Vorzeichen der Transformation, die zu einer heterogenen Entwicklung am Arbeitsmarkt führt. „Wir steuern auf eine Parallelität von Stellenauf- und -abbau zu. Während die Transformation in der M+E Industrie auf der einen Seite dazu führt, dass Arbeitsplätze wegfallen, entstehen auf der anderen Seite auch neue. Hier zeigt sich ein qualifikatorischer Mismatch. Zeitgleich sehen wir Kurzarbeit bei gleichzeitigem Arbeitskräftemangel“, erklärt Wimmer. So fahren 14 Prozent unserer Unternehmen weiterhin Kurzarbeit.

Die Gründe dafür sind in Kombination mangelnde Aufträge und fehlendes Material. Im Jahresdurchschnitt 2021 dürfte die Produktion bayernweit um 15 Prozent steigen. Für das kommende Halbjahr wollen 34 Prozent der Unternehmen in Niederbayern den Output erhöhen, 23 Prozent müssen diesen zurückfahren. „Gebremst wird die Produktion durch fehlende Rohstoffe, fehlendes Material und fehlende Vorprodukte. Die Gründe dafür sind insgesamt vielfältig, insbesondere wirken sich aber die nach den Verwerfungen der Corona-Pandemie nur langsam wieder an Fahrt aufnehmenden weltweiten Handels- und Produktionstätigkeiten bremsend aus. Das ist inzwischen ein echtes Aufschwung-Hindernis“, kommentiert Wimmer. So ist die Produktion bei fast 48 Prozent der Unternehmen durch fehlendes Material spürbar beeinträchtigt, bei 24 Prozent sogar stark. Nur jedes zwanzigste Unternehmen spürt keine Beeinträchtigungen. „Betroffen sind vor allem Rohstoffe und Vorprodukte. Dabei kommt es fast überall zu Lieferverzögerungen. Die Betriebe berichten auch über spürbare Kostenaufschläge. Das ist bei vollen Auftragsbüchern eine Situation, die wir uns nicht leisten können“, betont Wimmer.

Auch bei den Investitionen schlagen sich die Unsicherheiten nieder: Nur 38 Prozent der Unternehmen wollen in der zweiten Jahreshälfte mehr investieren. „Uns stimmt aber zuversichtlich, dass mehr als 28 Prozent aller Investitionen auf Erweiterungen entfallen. Das ist ein starkes Signal für unseren Standort“, findet Bernhard Wimmer und ergänzt: „Unsere Unternehmen brauchen mehr Luft für Investitionen, bilden diese doch den Grundstein für einen dauerhaften Aufschwung und die Bewältigung der Transformation.“


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Thomas Hansbauer

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