Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2021

Pressemitteilung

Erholung in der M+E Industrie setzt sich fort – Aufschwung durch Materialmangel gebremst – Vorrezessionsniveau wird erst 2022 erreicht / Kaeser: „Materialmangel und Unsicherheiten bremsen Produktionsentwicklung“

29.07.2021 - Coburg

Die M+E Industrie in Oberfranken erholt sich von den wirtschaftlichen Auswirkungen der weltweiten Corona-Krise. Gebremst wird der Aufholprozess von einem zum Teil massiven Mangel an Material und Vorprodukten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Coburg vorgestellt wurde. „Unsere Unternehmen in Oberfranken sind wieder zuversichtlich. So hat sich die aktuelle Geschäftslage gegenüber dem Winter deutlich verbessert, der Saldo liegt klar im positiven Bereich. Fast 70 Prozent der Betriebe bezeichnen das aktuelle Inlandsgeschäft als gut, 62 Prozent das Auslandsgeschäft. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind insgesamt positiv, allerdings belasten die großen Unsicherheiten und der Transformationsdruck die Unternehmen. Klar ist jedoch, es geht bergauf. So werden wir in diesem Jahr das Niveau von vor der Corona-Krise erreichen, das Vorrezessionsniveau aus dem Jahr 2018 aber erst 2022“, sagt Thomas Kaeser, Vorsitzender der bayme vbm Region Oberfranken-West.

Erstmals seit Sommer 2019 liegen die inländischen Beschäftigungspläne der Unternehmen wieder im positiven Bereich. „Über 40 Prozent der Unternehmen planen einen Beschäftigungsaufbau, gleichzeitig befürchten lediglich drei Prozent der Betriebe, Stellen abbauen zu müssen. Wir erwarten ein Auslaufen des Beschäftigungsrückgangs zum Jahresende. Im Jahresverlauf wird die Beschäftigung allerdings noch um rund 1.000 Stellen abnehmen. Damit werden zum Ende des Jahres in der oberfränkischen M+E Industrie knapp 60.000 Personen beschäftigt sein“, so Kaeser.

Die Beschäftigungspläne stehen unter den unsicheren Vorzeichen der Transformation, die zu einer heterogenen Entwicklung am Arbeitsmarkt führt. „Wir steuern auf eine Parallelität von Stellenauf- und -abbau zu. Während die Transformation in der M+E Industrie auf der einen Seite dazu führt, dass Arbeitsplätze wegfallen, entstehen auf der anderen Seite auch neue. Hier zeigt sich ein qualifikatorischer Mismatch. Zeitgleich sehen wir Kurzarbeit bei gleichzeitigem Arbeitskräftemangel“, erklärt Kaeser. So fahren gut 17 Prozent unserer Unternehmen weiterhin Kurzarbeit. Hauptgründe sind bei gut einem Drittel der Unternehmen fehlendes Material, bei knapp 17 Prozent mangelnde Aufträge und bei der Hälfte der befragten Betriebe sogar beides.

Im Jahresdurchschnitt 2021 dürfte die Produktion bayernweit um 15 Prozent steigen. Für das kommende Halbjahr wollen gut 45 Prozent der Unternehmen in Oberfranken den Output erhöhen, nur knapp fünf Prozent müssen diesen zurückfahren. „Gebremst wird die Produktion jedoch durch fehlende Rohstoffe, fehlendes Material und fehlende Vorprodukte. Die Gründe dafür sind insgesamt vielfältig, insbesondere wirken sich aber die nach den Verwerfungen der Corona-Pandemie nur langsam wieder an Fahrt aufnehmenden weltweiten Handels- und Produktionstätigkeiten bremsend aus. Das ist inzwischen ein echtes Aufschwung-Hindernis“, kommentiert Kaeser. So ist die Produktion bei etwa der Hälfte der Unternehmen durch fehlendes Material spürbar beeinträchtigt, bei gut 25 Prozent sogar stark. Nur etwa sechs Prozent der Unternehmen spüren keine Beeinträchtigungen. „Betroffen sind vor allem Rohstoffe und Vorprodukte. Dabei kommt es fast überall zu Lieferverzögerungen. Die Betriebe berichten auch über spürbare Kostenaufschläge. Das ist bei vollen Auftragsbüchern eine Situation, die wir uns nicht leisten können“, betont Kaeser.

Auch bei den Investitionen schlagen sich die Unsicherheiten nieder: Nur knapp 37 Prozent der Unternehmen wollen in der zweiten Jahreshälfte mehr investieren. „Uns stimmt aber zuversichtlich, dass etwa 22 Prozent aller Investitionen auf Erweiterungen entfallen. Das ist ein starkes Signal für unseren Standort“, findet Kaeser und ergänzt: „Unsere Unternehmen brauchen mehr Luft für Investitionen, bilden diese doch den Grundstein für einen dauerhaften Aufschwung und die Bewältigung der Transformation.“


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Stefanie Eizenberger

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