Letzte Aktualisierung: 16. Juli 2021

Pressemitteilung

Erholung in der M+E Industrie setzt sich fort – Aufschwung durch Materialmangel gebremst – Vorrezessionsniveau wird erst 2022 erreicht / Ullrich: „Materialmangel und Unsicherheiten bremsen Produktionsentwicklung“

16.07.2021 - Weilheim

Die M+E Industrie in Oberbayern und im Oberland erholt sich von den wirtschaftlichen Auswirkungen der weltweiten Corona-Krise. Gebremst wird der Aufholprozess von einem zum Teil massiven Mangel an Material und Vorprodukten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen.

„Die Unternehmen in der Region sind wieder zuversichtlich. So hat sich die aktuelle Geschäftslage gegenüber dem Winter deutlich verbessert, der Saldo liegt klar im positiven Bereich. 62 Prozent der Betriebe bezeichnen das aktuelle Inlandsgeschäft als gut, 68 Prozent das Auslandsgeschäft. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind insgesamt positiv, allerdings belasten die großen Unsicherheiten und der Transformationsdruck die Unternehmen. Klar ist jedoch, es geht bergauf. So werden wir in diesem Jahr das Niveau von vor der Corona-Krise erreichen, das Vorrezessionsniveau aus dem Jahr 2018 aber erst 2022“, sagt Michael Ullrich, Vorsitzender der bayme vbm Region Oberland.

Erstmals seit Sommer 2019 liegen die inländischen Beschäftigungspläne der Unternehmen wieder im positiven Bereich. „Knapp jedes dritte Unternehmen plant einen Beschäftigungsaufbau, aber gleichzeitig befürchten 22 Prozent der Betriebe, Stellen abbauen zu müssen. Wir erwarten ein Auslaufen des Beschäftigungsrückgangs zum Jahresende. Im Jahresverlauf wird die Beschäftigung allerdings noch um rund 3.000 Stellen abnehmen. Damit werden zum Ende des Jahres in der oberbayerischen M+E Industrie gut 250.000 Personen beschäftigt sein“, so Ullrich. Die Beschäftigungspläne stehen unter den unsicheren Vorzeichen der Transformation, die zu einer heterogenen Entwicklung am Arbeitsmarkt führt. „Wir steuern auf eine Parallelität von Stellenauf- und -abbau zu. Während die Transformation in der M+E Industrie auf der einen Seite dazu führt, dass Arbeitsplätze wegfallen, entstehen auf der anderen Seite auch neue. Hier zeigt sich ein qualifikatorischer Mismatch. Zeitgleich sehen wir Kurzarbeit bei gleichzeitigem Arbeitskräftemangel“, erklärt Ullrich. So fahren knapp 16 Prozent der Unternehmen weiterhin Kurzarbeit.

Hauptgründe sind bei mehr als dreiviertel der Unternehmen mangelnde Aufträge und bei 15 Prozent fehlendes Material. Im Jahresdurchschnitt 2021 dürfte die Produktion bayernweit um 15 Prozent steigen. Für das kommende Halbjahr wollen 45 Prozent der Unternehmen im Oberland den Output erhöhen, nur vier Prozent müssen diesen zurückfahren. „Gebremst wird die Produktion jedoch durch fehlende Rohstoffe, fehlendes Material und fehlende Vorprodukte. Die Gründe dafür sind insgesamt vielfältig, insbesondere wirken sich aber die nach den Verwerfungen der Corona-Pandemie nur langsam wieder an Fahrt aufnehmenden weltweiten Handels- und Produktionstätigkeiten bremsend aus. Das ist inzwischen ein echtes Aufschwung-Hindernis“, kommentiert Ullrich. So ist die Produktion bei fast 39 Prozent der Unternehmen durch fehlendes Material spürbar beeinträchtigt, darunter bei 15 Prozent sogar stark. Nur jedes vierte Unternehmen spürt keine Beeinträchtigungen. „Betroffen sind vor allem Rohstoffe und Vorprodukte. Dabei kommt es fast überall zu Lieferverzögerungen. Die Betriebe berichten auch über spürbare Kostenaufschläge. Das ist bei vollen Auftragsbüchern eine Situation, die wir uns nicht leisten können“, betont Ullrich. Auch bei den Investitionen schlagen sich die Unsicherheiten nieder: Nur 40 Prozent der Unternehmen wollen in der zweiten Jahreshälfte mehr investieren. „Uns stimmt aber zuversichtlich, dass rund ein Viertel aller Investitionen auf Erweiterungen entfällt.

Das ist ein starkes Signal für unseren Standort“, findet Ullrich und ergänzt: „Unsere Unternehmen brauchen mehr Luft für Investitionen, bilden diese doch den Grundstein für einen dauerhaften Aufschwung und die Bewältigung der Transformation.“


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Andreas Ebersperger

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