Letzte Aktualisierung: 15. Dezember 2017

Pressemitteilung

Erwartungen der oberpfälzischen Wirtschaft an die künftige Bundesregierung / Thomas Ebenhöch: „Wieder mehr Wirtschaft wagen“

14.12.2017 - Regensburg

„Unseren Unternehmen stehen mit der globalen Konkurrenz, der digitalen Transformation und dem Fachkräftemangel gewaltige Herausforderungen gegenüber. Um sie zu meistern, brauchen sie die passenden Rahmenbedingungen. Die künftige Bundesregierung muss nach Jahren ausgedehnter Sozialpolitik die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts stärken und wieder mehr Wirtschaft wagen“, fasste Thomas Ebenhöch, Vorsitzender der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm der Bezirksgruppe Oberpfalz in einem Pressegespräch die Erwartungen der oberpfälzischen Wirtschaft zusammen, zu dem die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zusammen mit bayme vbm eingeladen hatte.

vbw und bayme vbm setzen darauf, dass der Staat den dringend notwendigen Auf- und Ausbau modernster digitaler Infrastruktur vorantreibt. Dazu gehört maßgeblich der Breitbandausbau. Ebenhöch dazu: „Dank der seit 2013 laufenden Breitbandoffensive des Freistaats verfügen heute zwar knapp drei Viertel der Haushalte in Bayern über schnelles Internet. Allerdings hinkt der ländliche Raum hinterher: In manchen Kommunen in der Oberpfalz erreichen noch immer nicht alle Haushalte den 50-Mbit-Standard. Diese Lücken sollten zeitnah geschlossen werden.“

Bei der Verkehrsinfrastruktur in der Region hakt es nach Ansicht der oberpfälzischen Wirtschaft an einigen empfindlichen Stellen. „Bestehende Verkehrswege müssen instandgehalten und sinnvoll ausgebaut werden. Speziell sind hier der durchgehende sechsstreifige Ausbau der A3, die Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof sowie der Donauausbau zu nennen“, so Ebenhöch.

Zwingend erforderlich ist nach Ansicht von vbw und bayme vbm eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. „In der Arbeitswelt 4.0 brauchen wir auch Arbeitszeitregelungen 4.0. Es gilt, die gesetzlichen Leitplanken an die veränderten Arbeits- und auch Lebensumstände von heute und morgen anzupassen“, betonte Ebenhöch.

Er erklärte: „Es geht nicht um eine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern um die Möglichkeit, diese flexibler zu verteilen – konkret um eine wöchentliche statt tägliche Betrachtung der Höchstarbeitszeit.“

Eine teilweise Absenkung der Arbeitszeit – wie die IG Metall dies in der aktuellen Tarifrunde in der M+E-Industrie fordert – lehnen die Verbände dagegen klar ab. „Die Forderungen der IG Metall sind nicht gut für unsere Wirtschaft. Eine solche Arbeitszeitverkürzung passt nicht in die heutige Arbeitswelt: Insgesamt summiert sich der Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung mit dem zugleich geforderten Teillohnausgleich auf mehr als 33.000 Vollzeitarbeitsplätze in Bayern. Das wäre in Zeiten des Fachkräftemangels verheerend“, kommentierte Ebenhöch und erläuterte: „In der Oberpfalz ist die Situation bereits jetzt problematisch: Bei uns kommen auf jede offene Stelle nur 1,5 Arbeitslose – und das ungeachtet der passenden Qualifikation. In der M+E-Industrie ist die Lage noch viel dramatischer: Das Verhältnis liegt hier bei 0,6. Im Klartext: Die fehlenden Fachkräfte werden nicht ersetzbar sein.“

„Wohlstand entsteht und besteht nur durch Wirtschaftskraft. Damit unser Land auch in zehn Jahren erfolgreich ist, müssen jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Wir brauchen daher so schnell wie möglich eine dauerhaft stabile und handlungsstarke Regierung. Sie muss die Weichen rasch auf Wachstum und Zukunftsfähigkeit stellen“, so Ebenhöch.


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