Letzte Aktualisierung: 16. Mai 2017

Pressemitteilung

Zum vbm Tarifkongress in Unterfranken / Flächentarifvertrag bietet Vorteile, Tarifbindung aber kein Selbstzweck

15.05.2017 - Würzburg

Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren im Rahmen des Tarifkongresses des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. die Anforderungen an wettbewerbsfähige Tarifverträge und die Entwicklung der Tarifbindung in Bayern. „Unbestritten ist die Tarifbindung in Deutschland und Bayern nach wie vor hoch. Für acht von zehn Beschäftigten im Freistaat gelten direkt oder indirekt tarifvertraglich geregelte Arbeitsbedingungen. Von einer Erosion der Tarifbindung kann nicht die Rede sein. Aber: Der Anteil der Unternehmen, die sich an einem Flächentarifvertrag orientieren, nimmt im Vergleich zu den direkt einem Flächentarifvertrag unterliegenden Unternehmen zu“, erläutert vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Ingrid Hunger, Vorsitzende der vbm Region Main und Spessart, ergänzt: „Das ist ein erstes Indiz, dass das ‚Tarifkorsett‘ an einigen Stellen zu eng geworden ist. Um die Akzeptanz des Flächentarifvertrags zu erhöhen, müssen wir ihn auf Mindeststandards ausrichten. Diese passen im Regelfall für jedes Unternehmen und jeden Arbeitnehmer zu jeder Zeit. Der Flächentarifvertrag bietet viele Vorteile, aber Tarifbindung ist kein Selbstzweck. Wenn ein Unternehmen außerhalb des Flächentarifvertrags größere Wettbewerbschancen für sich sieht, dann steht ihm diese Möglichkeit offen. Das gewährleistet das Grundgesetz im Rahmen der negativen Koalitionsfreiheit. Diese Freiheit gilt es zu bewahren.“

Brossardt führt aus: „Tarifbindung wird attraktiv durch eine produktivitätsorientierte Lohnpolitik, Flexibilität sowie tarifliche Öffnungsklauseln und Differenzierungselemente auf betrieblicher Ebene. Qualitative Themen gehen über lohnpolitische Mindeststandards hinaus und können den Tarifvertrag für die Unternehmen unattraktiv machen.“


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Ulla Wolfshöfer

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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