Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2017

Pressemitteilung

Gute Lage, Zuversicht der Unternehmen auf niedrigem Niveau bei steigender Unsicherheit / Brossardt: „Fachkräftemangel ist Wachstumsbremse“

21.12.2017 - München

Die Konjunktur in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie zeigt sich in guter Verfassung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfra-ge der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in München vorgestellt wurde. „Drei Vier-tel der Unternehmen stufen die aktuelle Lage als gut ein. Die Geschäftserwartun-gen für das kommende Halbjahr sind trotz des anhaltend unsicheren globalen Umfelds und drohender Tarifauseinandersetzungen auf einem deutlich niedrige-ren Niveau zuversichtlich“, erläuterte bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Sowohl im Inland als auch im Ausland beurteilen die Firmen die Geschäftslage besser als im Sommer. Das Inlandsgeschäft bewerten sie per Saldo mit +74 Pro-zentpunkten, das Auslandsgeschäft per Saldo mit +72 Prozentpunkten. Bei den Erwartungen sind die Firmen deutlich zurückhaltender: Per Saldo liegen die Erwar-tungen für das Inlandsgeschäft bei +30 Prozentpunkten und für den Export eben-falls bei +30 Prozentpunkten. Zwischen den Branchen ergibt sich aber ein diffe-renziertes Bild: Während der Großteil der Elektronikunternehmen mit Optimis-mus auf die kommenden Monate blickt, zeigen sich insbesondere die Automobil- und Zulieferbetriebe skeptisch.

Die bayerischen Arbeitgeber warnen vor dem weiter wachsenden Arbeitskräfte-mangel. Bereits seit Ende 2016 liegen die Beschäftigungspläne der Unternehmen über der tatsächlichen Entwicklung. „Das ist ein klares Zeichen, dass die Betriebe nicht genügend Arbeitskräfte finden und der Fachkräftemangel bereits bittere Realität ist“, erklärt Brossardt. Gesucht werden vor allem Ingenieure und Informa-tiker, aber auch Metall- und Elektro-Facharbeiter. „Die Zahlen sind besorgniserre-gend: Während in Bayern auf eine offene Stelle 1,8 Arbeitslose kommen, sind es in der M+E Industrie nur 0,6. Das führt schon heute bei über 81 Prozent der Be-trieben zu Einschränkungen in der Produktion“, betont Brossardt.

Laut bayme vbm bedarf es zum Erhalt der hohen internationalen Wettbewerbs-fähigkeit der bayerischen Unternehmen geeigneter Rahmenbedingungen, sowohl vom Gesetzgeber als auch durch die Tarifparteien. Brossardt warnt daher die IG Metall: „Die Forderungen in der laufenden Tarifrunde wirken wie Gift für die Fir-men. In Zeiten des Fachkräftemangels eine Arbeitszeitverkürzung auf bis zu 28 Stunden zu verlangen ist unverständlich und unverantwortlich. Die Herausforde-rungen des Arbeitskräftemangels mit kürzeren Arbeitszeiten zu bewältigen ist absurd. Kommt noch ein Teillohnausgleich mit geringem Nettoverlust hinzu, schaden wir unserem Standort massiv. Der Fachkräftemangel wird zur Wachs-tumsbremse: Rund 33.000 Vollzeitkräfte müssten in der M+E Industrie ausgegli-chen werden. Das ist nicht machbar.“

Ergebnisse der bayme vbm Konjunkturumfrage Winter 2017:

  gut befriedigend schlecht Saldo
Aktuelle Lage Inland +75,8% (66,3%)
+22,5% (32,7%)
+1,7% (1,0%)
+74,1% (+65,3%)
Aktuelle Lage Ausland +74,7% (61,4%)
+23,0% (37,5%)
+2,3% (1,1%)
+72,4% (+60,3%)

  besser gleichbleibend schlechter Saldo
Erwartungen Inland +31,8% (25,3%)
+66,6% (70,1%)
1,6 % (4,6%)
+30,2% (+20,7%)
Erwartungen Ausland +31,4% (21,9%)
+67,0% (73,6%)
1,6% (4,5%)
+29,8% (+17,4%)

  Höher
unverändert
niedriger
Saldo
Produktionspläne (Inland)
+45,2% (31,6%)
+52,6% (64,4%)
+2,2% (4,0%)
+43,0% (+27,6%)
Produktionspläne (Ausland)
+58,8% (63,0%)
+39,9% (33,1%)
+1,3% (3,9%)
+57,5% (+59,1%)
Investitionspläne (Inland)
+45,2% (23,3%)
+68,8% (76,6%)
+0,7% (0,1%)
+29,8% (+23,2%)
Investitionspläne (Ausland)
+50,7% (47,1%)
+49,1% (52,8%)
+0,2% (0,1%)
+50,5% (+47,0%)
Beschäftigungspläne (Inland)
+47,5% (41,2%)
+48,9%
(54,6 %)
+3,6% (4,3%)
+43,9% (+36,9%)
Beschäftigungspläne (Ausland)
+46,6% (51,8%)
+51,6%
(43,5% )
+1,8% (4,6%)
+44,8%
(+47,2% )

In Klammern: Werte der letzten Umfrage (Sommer 2017)


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