Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2018

Pressemitteilung

Gute Lage, Zuversicht der Unternehmen auf niedrigerem Niveau bei steigender Unsicherheit / Partik: „Fachkräftemangel ist Wachstumsbremse“

16.01.2018 - Augsburg

Die Konjunktur in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie in Schwaben zeigt sich in guter Verfas-
sung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberver-
bände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Region. „Knapp die Hälfte der Unternehmen stuft die aktuelle Lage als gut ein. Die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr sind trotz des anhaltend unsicheren globalen Umfelds und der aktuellen Tarifauseinandersetzung auf einem deutlich niedrigeren Niveau zuversichtlich“, erläuterte Dr. Markus Partik, Vorsitzender der bayme vbm Region Augsburg.

Sowohl im Inland als auch im Ausland beurteilen die Firmen die Geschäftslage schlechter als im Sommer. Das Inlandsgeschäft bewerten sie per Saldo mit +48 Prozentpunkten, das Auslandsgeschäft per Saldo mit +43 Prozentpunkten. Bei den Erwartungen sind die Firmen deutlich zurückhaltender: Per Saldo liegen die Erwartungen für das Inlandsgeschäft bei +33 Prozentpunkten und für den Export bei +19 Prozentpunkten.

Die inländischen Produktionspläne der schwäbischen M+E Unternehmen sind aufwärts gerichtet. 42 Prozent der Firmen wollen den Output in den kommenden Monaten ausweiten, nur zwei Prozent planen, die Produktion zu drosseln. Die Investitionen will jede vierte Firma erhöhen, eine Reduzierung planen fünf Prozent der Firmen. Mit knapp 32 Prozent entfällt der größte Teil der geplanten Investitionen auf Ersatzbe-
schaffungen. Erweiterungsinvestitionen machen gut 28 Prozent aus, Rationalisierungsmaßnahmen knapp 15 Prozent und Innovationen gut 13 Prozent. An den Auslandsstandorten sind die Produktionspläne etwas schwächer als im Inland, die Investitionspläne fallen dagegen etwas expansiver aus.

Der Beschäftigungsanstieg in der M+E Industrie der Region wird sich fortsetzen. Rund 51 Prozent der Unternehmen planen die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze in den kommenden Monaten, nur 1,8 Prozent befürchten, Stellen abbauen zu müssen. „Aktuell sind in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie 845.000 Stammarbeitskräfte beschäftigt, das ist der höchste Stand seit mehr als 26 Jahren. In Schwaben sind es rund 130.000. Im weiteren Jahresverlauf erwarten wir einen Zuwachs von rund 15.000 Arbeitsplätzen, davon 2.200 in Schwaben“, so Partik.

Die bayerischen Arbeitgeber warnen vor dem weiter wachsenden Arbeitskräftemangel. Bereits seit Ende 2016 liegen die Beschäftigungspläne der Unternehmen über der tatsächlichen Entwicklung. „Das ist ein klares Zeichen, dass die Betriebe nicht genügend Arbeitskräfte finden und der Fachkräftemangel bereits bittere Realität ist“, erklärt Partik. Gesucht werden vor allem Ingenieure und Informatiker, aber auch Metall- und Elektro-Facharbeiter. „Die Zahlen sind besorgniserregend: Während in Schwaben auf eine offene Stelle 1,6 Arbeitslose kommen, sind es in der schwäbischen M+E Industrie nur 0,5. Das führt schon heute bei über 82 Prozent der Betrieben zu Einschränkungen in der Produktion“, betont Partik.


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