Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2018

Pressemitteilung

Gute Lage, Zuversicht der Unternehmen auf niedrigerem Niveau bei steigender Unsicherheit / Hunger: „Fachkräftemangel ist Wachstumsbremse“

18.01.2018 - Würzburg

Die Konjunktur in der Metall- und Elektro-Industrie in Unterfranken zeigt sich in guter Verfassung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Region, die heute in Würzburg vorgestellt wurde. „Rund zwei Drittel der Unternehmen stufen die aktuelle Lage als gut ein. Die Geschäftserwartungen für das kommen-
de Halbjahr sind trotz des anhaltend unsicheren globalen Umfelds und drohender Tarifauseinandersetzun-
gen
auf einem deutlich niedrigeren Niveau zuversichtlich“, erläuterte Ingrid Hunger, Vorstandsvorsitzende der bayme vbm Region Main und Spessart.

Im Inland beurteilen die Firmen die Geschäftslage schlechter, im Ausland besser als im Sommer. Das Inlandsgeschäft bewerten sie per Saldo mit +68 Prozentpunkten, das Auslandsgeschäft per Saldo mit +67 Prozentpunkten. Bei den Erwartungen sind die Firmen deutlich zurückhaltender: Per Saldo liegen die Erwartungen für das Inlandsgeschäft bei +47 Prozentpunkten und für den Export bei +45 Prozentpunkten.

Die inländischen Produktionspläne der unterfränkischen M+E Unternehmen sind aufwärts gerichtet. 56 Prozent der Firmen wollen den Output in den kommenden Monaten ausweiten, kein Unternehmen plant, die Produktion zu drosseln. Die Investitionen will fast jede zweite Firma erhöhen, eine Reduzierung plant keine Firma. Mit 35 Prozent entfällt der größte Teil der geplanten Investitionen auf Erweiterungsinvestitio-
nen, Rationalisierungen machen 23 Prozent aus und Ersatzbeschaffungen 20 Prozent. An den Auslands-
standorten sind die Produktions- und Investitionsplänepläne der unterfränkischen M+E Unternehmen ähnlich expansiv wie im Inland.

Der Beschäftigungsanstieg in der M+E Industrie der Region wird sich fortsetzen. Rund 52 Prozent der Unternehmen planen die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze in den kommenden Monaten, 10,5 Prozent befürchten, Stellen abbauen zu müssen. „Aktuell sind in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie 845.000 Stammarbeitskräfte beschäftigt, das ist der höchste Stand seit mehr als 26 Jahren. In Unterfranken sind es rund 89.850. Im weiteren Jahresverlauf erwarten wir einen Zuwachs von rund 15.000 Arbeits-
plätzen, davon 750 in Unterfranken“, so Hunger.

Die bayerischen Arbeitgeber warnen vor dem weiter wachsenden Arbeitskräftemangel. Bereits seit Ende 2016 liegen die Beschäftigungspläne der Unternehmen über der tatsächlichen Entwicklung. „Das ist ein klares Zeichen, dass die Betriebe nicht genügend Arbeitskräfte finden und der Fachkräftemangel bereits bittere Realität ist“, erklärt Hunger. Gesucht werden vor allem Ingenieure und Informatiker, aber auch Metall- und Elektro-Facharbeiter. „Die Zahlen sind besorgniserregend: Während in Unterfranken auf eine offene Stelle 1,7 Arbeitslose kommen, sind es in der unterfränkischen M+E Industrie nur 0,6. Das führt schon heute bei 79 Prozent der Betrieben zu Einschränkungen in der Produktion“, betont Hunger.


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Ulla Wolfshöfer

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