Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2018

Pressemitteilung

Gute Lage, Zuversicht der Unternehmen auf niedrigerem Niveau bei steigender Unsicherheit / Sommer: „Fachkräftemangel ist Wachstumsbremse“

11.01.2018 - Nürnberg

Die Konjunktur in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie in Mittelfranken zeigt sich in guter Verfassung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber-
verbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Region, die heute in Nürnberg vorgestellt wurde. „78,6 Prozent der Unternehmen stuft die aktuelle Lage als gut ein. Die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr sind trotz des anhaltend unsicheren globalen Umfelds und drohender Tarifauseinandersetzungen auf niedrigerem Niveau zuversichtlich“, erläuterte Dr. Martin Sommer, Vorstandsvorsitzender der bayme vbm Region Nürnberg-Fürth-Erlangen.

Das Inlandsgeschäft bewerten die Firmen per Saldo mit +71,5 Prozentpunkten, das Auslandsgeschäft per Saldo mit +53,6 Prozentpunkten. Bei den Erwartungen sind die Firmen deutlich zurückhaltender: Per Saldo liegen die Erwartungen für das Inlandsgeschäft bei +43,2 Prozentpunkten und für den Export bei +50,6 Prozentpunkten.

Die inländischen Produktionspläne der mittelfränkischen M+E Unternehmen sind aufwärts gerichtet. 65,8 Prozent der Firmen wollen den Output in den kommenden Monaten ausweiten, nur 3,1 Prozent planen, die Produktion zu drosseln. Die Investitionen wollen 38,6 Prozent der Firmen erhöhen, eine Reduzierung planen 2,6 Prozent. Ersatzinvestitionen (22,1 Prozent), Produktinnovation (23,8 Prozent) und Erweiterungs-
investitionen (22,1 Prozent) sind die häufigsten Investitionsarten. An den Auslandsstandorten liegen die Produktionspläne mit einem Saldo von +61,9 Punkte auf ähnlichem Niveau wie im Inland, die Investitions-
pläne fallen mit +46,8 Prozentpunkten expansiver aus als im Inland.

Der Beschäftigungsanstieg in der M+E Industrie der Region wird sich fortsetzen. Rund 45 Prozent der Unternehmen planen die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze in den kommenden Monaten. „Aktuell sind in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie 845.000 Stammarbeitskräfte beschäftigt, das ist der höchste Stand seit mehr als 26 Jahren. In Mittelfranken sind es rund 130.000. Im weiteren Jahresverlauf erwarten wir einen Zuwachs von rund 15.000 Arbeitsplätzen, davon 2.300 in Mittelfranken“, so Dr. Sommer.

Die bayerischen Arbeitgeber warnen vor dem weiter wachsenden Arbeitskräftemangel. Bereits seit Ende 2016 liegen die Beschäftigungspläne der Unternehmen über der tatsächlichen Entwicklung. „Das ist ein klares Zeichen, dass die Betriebe nicht genügend Arbeitskräfte finden und der Fachkräftemangel bereits bittere Realität ist“, erklärt Dr. Sommer. Gesucht werden vor allem Ingenieure und Informatiker, aber auch Metall- und Elektro-Facharbeiter. „Die Zahlen sind besorgniserregend: Während in Mittelfranken auf eine offene Stelle 2,2 Arbeitslose kommen, sind es in der mittelfränkischen M+E Industrie nur 0,9. Das führt schon heute bei über 86 Prozent der Betrieben zu Einschränkungen in der Produktion“, betont Dr. Sommer.


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