Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2018

Pressemitteilung

Gute Lage, Zuversicht der Unternehmen auf niedrigerem Niveau bei steigender Unsicherheit / Kaeser: „Fachkräftemangel ist Wachstumsbremse“

11.01.2018 - Coburg

Die Konjunktur in der Metall- und Elektro-Industrie in Oberfranken zeigt sich in guter Verfassung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Region, die heute in Coburg vorgestellt wurde. „Fast drei Viertel der Unternehmen stufen die aktuelle Lage als gut ein. Die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr sind trotz des anhaltend unsicheren globalen Umfelds und drohender Tarifauseinandersetzungen auf einem deutlich niedrigeren Niveau zuversichtlich“, erläuterte Thomas Kaeser, Vorstandsvorsitzender der bayme vbm Region Oberfranken-West.

Im Inland beurteilen die Firmen die Geschäftslage schlechter, im Ausland besser als im Sommer 2017. Das Inlandsgeschäft bewerten sie per Saldo mit +67 Prozentpunkten, das Auslandsgeschäft per Saldo mit +80 Prozentpunkten. Bei den Erwartungen sind die Firmen deutlich zurückhaltender: Per Saldo liegen die Erwartungen für das Inlandsgeschäft bei +24 Prozentpunkten und für den Export bei +23 Prozentpunkten.

Die inländischen Produktionspläne der oberfränkischen M+E Unternehmen sind aufwärts gerichtet. Rund 50 Prozent der Firmen wollen den Output in den kommenden Monaten ausweiten, kein Unternehmen plant, die Produktion zu drosseln. Die Investitionen wollen knapp 33 Prozent der Firmen ausweiten, während der Rest auf unverändertem Niveau investieren möchte. Etwa ein Drittel der geplanten Investitionen werden Erweiterungsmaßnahmen sein. Ersatzbeschaffungen machen knapp 25 Prozent aus, Rationalisierungen 23 Prozent. An den Auslandsstandorten sind die Produktionspläne ebenso wie die Investitionspläne niedriger als im Inland.

Der Beschäftigungsanstieg in der M+E Industrie der Region wird sich fortsetzen. Knapp 39 Prozent der Unternehmen planen die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze in den kommenden Monaten, fast 12 Prozent befürchten hingegen, Stellen abbauen zu müssen. „Aktuell sind in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie 845.000 Stammarbeitskräfte beschäftigt, das ist der höchste Stand seit mehr als 26 Jahren. In Oberfranken sind es rund 58.900. Im weiteren Jahresverlauf erwarten wir einen Zuwachs von rund 15.000 Arbeitsplätzen, davon 1.000 in Oberfranken“, so Kaeser.

Die bayerischen Arbeitgeber warnen vor dem weiter wachsenden Arbeitskräftemangel. Bereits seit Ende 2016 liegen die Beschäftigungspläne der Unternehmen über der tatsächlichen Entwicklung. „Das ist ein klares Zeichen, dass die Betriebe nicht genügend Arbeitskräfte finden und der Fachkräftemangel bereits bittere Realität ist“, erklärt Kaeser. Gesucht werden vor allem Ingenieure und Informatiker, aber auch Metall- und Elektro-Facharbeiter. „Die Zahlen sind besorgniserregend: Während in Oberfranken auf eine offene Stelle 1,7 Arbeitslose kommen, sind es in der oberfränkischen M+E Industrie nur 0,7. Das führt schon heute bei fast 78 Prozent der Betrieben zu Einschränkungen in der Produktion“, betont Kaeser.


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Ulla Wolfshöfer

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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