Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2018

Pressemitteilung

Gute Lage, gedämpfte Erwartungen bei steigender Unsicherheit / Andreas Karl: „Fachkräftemangel ist Wachstumsbremse“

12.01.2018 - Ingolstadt

Die Konjunktur in der Metall- und Elektro-Industrie in Oberbayern zeigt sich in guter Verfassung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Region, die heute in Ingolstadt vorgestellt wurde. „Knapp 80 Prozent der Unternehmen in unserer Region stufen die aktuelle Lage als gut ein. Die Geschäftserwartun-
gen
für das kommende Halbjahr sind aufgrund des unsicheren globalen Umfelds und drohender Tarif-
auseinandersetzungen
aber verhalten“, erläuterte Andreas F. Karl, Vorstandsmitglied der bayme vbm Region MünchenNord-Ingolstadt.

Das Inlandsgeschäft bewerten die Unternehmen der Region per Saldo mit +75,8 Prozentpunkten, das Auslandsgeschäft per Saldo mit +75,2 Prozentpunkten. Bei den Erwartungen sind die Firmen deutlich zurückhaltender: Per Saldo liegen die Erwartungen für das Inlandsgeschäft bei +21,7 Prozentpunkten und für den Export bei +20,2 Prozentpunkten.

Die inländischen Produktionspläne der M+E Unternehmen der Region sind insgesamt aufwärts gerichtet. Knapp 32 Prozent der Firmen wollen den Output in den kommenden Monaten ausweiten, 5,6 Prozent planen, die Produktion zu drosseln – deutlich mehr als bei der letzten Umfrage. Die Investitionen wollen 27,8 Prozent der Firmen erhöhen, eine Reduzierung planen drei Prozent. Mit knapp 32 Prozent entfällt der größte Teil der geplanten Investitionen auf Innovationen. Ersatzbeschaffungen und Erweiterungsinvestiti-
onen machen jeweils 21 Prozent aus. An den Auslandsstandorten sind Produktions- und Investitionspläne weiterhin expansiver ausgerichtet als im Inland.

Der Beschäftigungsanstieg in der M+E Industrie der Region wird sich fortsetzen. Rund 48 Prozent der Unternehmen planen die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze in den kommenden Monaten, knapp vier Prozent befürchten, Stellen abbauen zu müssen. „Aktuell sind in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie 845.000 Stammarbeitskräfte beschäftigt, das ist der höchste Stand seit mehr als 26 Jahren. In Oberbayern sind es rund 248.000. Im Jahresverlauf 2018 erwarten wir bayernweit einen Zuwachs von rund 15.000 Arbeitsplätzen, davon 4.500 in Oberbayern“, so Karl.

Die bayerischen Arbeitgeber warnen vor dem weiter wachsenden Arbeitskräftemangel. Bereits seit Ende 2016 liegen die Beschäftigungspläne der Unternehmen über der tatsächlichen Entwicklung. „Das ist ein klares Zeichen, dass die Betriebe nicht genügend Arbeitskräfte finden und der Fachkräftemangel bereits bittere Realität ist“, erklärt Karl. Gesucht werden vor allem Ingenieure und Informatiker, aber auch Metall- und Elektro-Facharbeiter. „Die Zahlen sind besorgniserregend: Während in Oberbayern auf eine offene Stelle 2,3 Arbeitslose kommen, sind es in der oberbayerischen M+E Industrie nur 0,8. Das führt schon heute bei 76 Prozent der Betrieben zu Einschränkungen in der Produktion“, betont Karl.


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Andreas Ebersperger

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