Letzte Aktualisierung: 25. Juli 2016

Pressemitteilung

Gute Lage, verbesserte Erwartungen im Inland, hohe Unsicherheit im Ausland / Brossardt: „Globale Krisen drücken die Stimmung“

25.07.2016 - München

Die bayerische Metall- und Elektro-Industrie befindet sich aktuell in einer guten wirtschaftlichen Lage, auch die Erwartungen für das Inlandsgeschäft haben sich verbessert. Getrübt wird dies aber durch die hohe Unsicherheit im Ausland. Trotz der aktuellen Risiken rechnen bayme vbm in den kommenden Monaten mit einer weiteren Belebung und prognostizieren für den Jahresschnitt 2016 ein Produktionswachstum von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das sind die zentralen Ergebnisse der halbjährlichen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsbetrieben. bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt erklärt dazu: „Die aktuelle Lage ist gut. Sie wird aber weiterhin von den Sonderfaktoren schwacher Euro und niedrige Zinsen begünstigt. Auch die Rohstoffpreise sind nach wie vor günstig, auch wenn sie in jüngster Zeit wieder etwas angezogen haben.“

Die Umfrage zeigt ein gespaltenes Bild zwischen Inland und Ausland. „Die Unternehmen bewerten die Geschäftslage im Inland besser als bei der Winterumfrage: Gleiches gilt für die inländischen Geschäftserwartungen. Die Bewertung der Geschäftslage im Ausland ist ebenso gesunken wie die Geschäftserwartungen im Ausland. Sie liegen jetzt im negativen Bereich bei minus vier Prozent. Ungelöste und neue globale Krisen haben bei den Unternehmen zu großer Unsicherheit geführt und drücken die Stimmung. Verschärft wird dies durch den Brexit und die Probleme in der Türkei“, so Brossardt.

Trotz globaler Risiken und der besseren Konjunktur im Inland zeigen die Planungen der Firmen, dass die Auslandsstandorte nach wie vor dynamischer sind als die im Inland.

„Die bayerischen M+E Firmen wollen weiter Personal aufbauen. Im ersten Halbjahr 2016 wurden in der bayerischen M+E Industrie bereits 9.000 neue Jobs geschaffen, für das zweite Halbjahr rechnen wir mit weiteren 12.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Bis zum Jahresende rechnen wir mit 830.000 M+E Beschäftigten im Freistaat“, erklärt Brossardt.

Bei den Beschäftigungsplänen spielt die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle. „Der größte Teil der offenen Stellen entfällt nach wie vor auf Ingenieure, aber jede zehnte Stelle ist bereits mit Informatikern beziehungsweise IT-Fachkräften zu besetzen. In diesem Bereich gibt es die größten Probleme bei der Besetzung: Bei 53 Prozent der entsprechenden Stellen gibt es Schwierigkeiten, einen geeigneten Kandidaten zu finden, 39 Prozent können gar nicht besetzt werden. Die Digitalisierung ist nicht nur eine technologische, sondern auch eine Fachkräfteherausforderung“, so Brossardt.

Die Ertragslage der bayerischen M+E Unternehmen ist der Umfrage zufolge gut. Dazu Brossardt: „Im Schnitt erwarten wir für das laufende Jahr eine Nettoumsatzrendite von knapp vier Prozent“.

Ergebnisse der bayme vbm Konjunkturumfrage Sommer 2016:

  gut befriedigend schlecht Saldo
Aktuelle Lage Inland 56,5% (53,2%) 40,7% (43,1%) 2,9% (3,7%) +53,6% (+49,5%)
Aktuelle Lage Ausland 57,7% (56,1%) 26,8% (37,9%) 15,5% (6,0%) +42,1% (+50,1%)

  besser gleichbleibend schlechter Saldo
Erwartungen Inland 16,3% (8,9%) 77,8% (88,0%) 6,0% (3,1%) +10,3% (+5,8%)
Erwartungen Ausland 18,0% (18,2%) 60,1% (66,8%) 21,9% (15,0%) -3,9% (+3,2%)

  höher unverändert niedriger Saldo
Produktionspläne (Inland) 31,4% (12,7%) 61,3% (83,9%) 7,3% (3,4%) +24,1 (+9,4%)
Produktionspläne (Ausland) 35,9% (43,4%) 63,1% (56,0%) 1,0% (0,6%) +34,9% (+42,8%)
Investitionspläne (Inland) 21,2% (12,8%) 76,3% (82,8%) 2,6% (4,4%) +18,6% (+8,4%)
Investitionspläne (Ausland) 35,0% (53,5%) 63,8% (45,4%) 1,1% (1,1%) +33,9% (+52,4%)
Beschäftigungspläne (Inland) 44,2% (34,0%) 47,9% (48,8%) 7,9% (17,2%) +36,2% (+16,8%)
Beschäftigungspläne (Ausland) 60,9% (51,0%) 37,3% (35,3%) 1,8% (13,7%) +59,2% (+37,3%)

In Klammern: Werte der letzten Umfrage (Winter 2015)


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