Letzte Aktualisierung: 08. August 2019

Pressemitteilung

Lage kühlt sich deutlich ab – Pessimismus bei den Erwartungen / Sommer: „Beschäftigungsaufbau geht zu Ende“

08.08.2019 - Nürnberg

Die Konjunktur in der Metall- und Elektro-Industrie in Mittelfranken befindet sich in einem Abschwung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Nürnberg vorgestellt wurde. „Die konjunkturelle Lage hat sich bereits spürbar abgekühlt. Im In- und Ausland erwarten unsere Unternehmen eine weitere Verschlechterung“, erläuterte der Vorsitzende der bayme vbm Region Nürnberg-Fürth-Erlangen, Dr. Martin Sommer.

Sowohl im Inland als auch im Ausland beurteilen die mittelfränkischen Firmen die Geschäftslage deutlich schlechter als bei der letzten Umfrage. Das Inlandsgeschäft bewerten nur noch knapp 15 Prozent der Betriebe als gut, vor einem halben Jahr waren es noch 64 Prozent, im August vor einem Jahr sogar über 70 Prozent. Mit dem Auslandsgeschäft sind gerade mal 19 Prozent der Betriebe zufrieden, im Dezember waren dies noch rund 69 Prozent. Die Erwartungen für das Inlandsgeschäft haben sich ebenfalls eingetrübt und liegen per Saldo mit -27,2 Prozentpunkten deutlich im negativen Bereich. Auch bei den Exporterwartungen hat sich der Saldo mit -20 Prozentpunkten deutlich verschlechtert.

Dazu passt, dass die inländischen Produktions-, Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen an Dynamik einbüßen. Der entsprechende Saldo bei den Produktionsplänen fällt gegenüber der letzten Umfrage von +48,5 auf -21,7, bei den Investitionen von +7,5 auf -16,7. „Wir gehen davon aus, dass die Produktion in der bayerischen M+E Industrie im laufenden Jahr insgesamt um ein Prozent zurückgehen wird. An den Auslandsstandorten sehen die Pläne unserer Firmen wesentlich expansiver aus“, so Sommer.

Auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen in der Region an den Inlandsstandorten haben sich spürbar eingetrübt – von +26,7 auf -19,8 Punkte. bayme vbm erwarten für das Gesamtjahr 2019 in ganz Bayern 8.000 Arbeitsplätze mehr. 2018 waren es noch 18.000. Zum Jahresende rechnen die Verbände mit 875.000 Beschäftigten in der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Auf Mittelfranken entfallen rund 129.000 Beschäftigte. „Die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt ist wesentlich größer als man an den Statistiken ablesen kann. In den Unternehmen tut sich einiges: Arbeitszeitkonten werden abgebaut, die Zeitarbeit wird massiv zurückgefahren, in unseren Geschäftsstellen häufen sich die Anfragen zum Thema Kurzarbeit und auch im Hinblick auf Stellenabbau“, so Sommer.

Der Abschwung wird nach Ansicht von bayme vbm auch die Standortfrage wieder in den Vordergrund rücken. „Unsere Unternehmen müssen hierzulande mit wesentlich schwierigeren Bedingungen zurechtkommen als ihre Konkurrenten. Wir haben in den vergangenen Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Dem müssen wir entgegenwirken. Wir bekennen uns ganz klar zur Stärkung der Tarifbindung. Aber wir brauchen endlich moderne und wettbewerbsfähige Tarifverträge, die Mindestbedingungen für die M+E Industrie festschreiben. Die Tarifverträge müssen weniger komplex und weniger teuer sein und flexible, betriebsindividuelle Lösungen zulassen. Auch vom Gesetzgeber erwarten wir in vielen Punkten Klarheit, zum Beispiel beim weiteren Ausbau der digitalen Netze, bei den Lohnzusatzkosten, in der Steuerpolitik sowie ein klares Bekenntnis zur Technologieoffenheit bei der Antriebstechnologie in der Automobilindustrie“, so Sommer.


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