Letzte Aktualisierung: 02. August 2018

Pressemitteilung

Lage sehr gut, konjunktureller Zenit überschritten / Faust: „Erwartungen eingetrübt, Risikofaktoren zahlreich“

02.08.2018 - Weilheim

Die Konjunktur in der Metall- und Elektro-Industrie im Oberland zeigt sich in guter Verfassung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Region, die heute in Weilheim vorgestellt wurde. „Über 76 Prozent der M+E Firmen in der Region beurteilten das Inlandsgeschäft als gut, nur gut drei Prozent waren unzu-
frieden. Das Auslandsgeschäft wurde von knapp 83 Prozent der Unternehmen positiv bewertet, vier Pro-
zent kamen zu einer negativen Einschätzung“, erklärte Dieter Faust, Vorstandsvorsitzender der bayme vbm Region Oberland.

Die Erwartungen sind jedoch deutlich zurückgegangen. Nur noch knapp sieben Prozent der M+E Betriebe in der Region blicken optimistisch auf das kommende Inlandsgeschäft, pessimistisch sind neun Prozent. Fast 84 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Ähnlich skeptisch sind die Unternehmen im Hinblick auf den Export. Hier sind sieben Prozent optimistisch, sieben Prozent befürchten auch eine Eintrübung. Entsprechend sinkt der Saldo für die Geschäftserwartungen im Inland gegenüber der letzten Erhebung von +17,9 auf -2,5 Prozentpunkte. Der Saldo für die Auslands-Geschäftserwartung liegt nun knapp unter der Null-Linie, beim letzten Mal waren es noch +12,3. „Zahlreiche Risikofaktoren belasten die Aussichten unserer Unternehmen: Protektionismus, Fachkräftemangel und Materialknappheit werden zu echten Wachstumsbremsen“, erläuterte Faust.

Dennoch wird der Beschäftigungsaufbau in der M+E Industrie weitergehen: Fast 43 Prozent der Unter-
nehmen wollen am Inlandsstandort neue Arbeitsplätze schaffen, nur knapp vier Prozent befürchten, Stellen abbauen zu müssen. „Derzeit gibt es in Oberbayern knapp 246.500 Beschäftigte in der Metall- und Elektro-Industrie. 2018 erwarten wir einen Zuwachs von weiteren 6.500 Stellen“, so Faust.

Gleichzeitig warnen die M+E Arbeitgeber vor dem wachsenden Arbeitskräftemangel. „Der Fachkräfte-
mangel
bremst das Wachstum. Gesucht werden von Bayerns M+E-Betrieben vor allem Ingenieure. Auf sie entfallen bayernweit 27,7 Prozent der offenen Stellen in unseren Betrieben. Deutlich gestiegen ist auch der Anteil der gesuchten Metall-Facharbeiter: von 14,6 auf 21,9 Prozent“, sagte Faust.

Laut bayme vbm ist der Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Unternehmen wichtig für die Zukunft des Freistaats. Das internationaleUmfeld bereitet aber Sorgen. So sehen 90 Prozent der Unternehmen im Protektionismus die größte Beeinträchtigung für ihre Geschäftstätigkeit. „Ein Han-
delskrieg durch Zölle und weitere Beschränkungen wäre Gift für unsere Industrie. Wir bekennen uns daher klar zum Freihandel. Dieser bringt Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand – und zwar für alle“, so Faust.


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