Letzte Aktualisierung: 09. August 2018

Pressemitteilung

Lage sehr gut, konjunktureller Zenit überschritten / Ferfers: „Erwartungen eingetrübt, Risikofaktoren zahlreich“

09.08.2018 - Bayreuth

Die Konjunktur in der oberfränkischen Metall- und Elektro-Industrie zeigt sich in guter Verfassung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Region, die heute in Bayreuth vorgestellt wurde. „Über 78 Prozent der oberfränkischen M+E Firmen beurteilten das Inlandsgeschäft als gut, kein Unternehmen war unzu-
frieden. Das Auslandsgeschäft wurde von rund 88 Prozent der Unternehmen positiv bewertet, auch hier kam kein Unternehmen zu einer negativen Einschätzung“, erklärte Willi-Josef Ferfers, Mitglied im Vorstand der vbm Region Oberfranken-Ost.

Die Erwartungen sind jedoch deutlich zurückgegangen. Nur noch knapp 13 Prozent der oberfränkischen M+E Betriebe blicken optimistisch auf das kommende Inlandsgeschäft, pessimistisch sind fast 26 Prozent. Etwa 62 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Ähnlich skeptisch sind die Unternehmen im Hinblick auf den Export. Hier sind etwa 12 Prozent optimistisch, fast 31 Prozent befürchten eine Ein-
trübung. Entsprechend sinkt der Saldo für die Geschäftserwartungen im Inland von +24,3 auf -13,4 Prozent-
punkte. Der Saldo für die Auslands-Geschäftserwartung liegt nun bei -18,4 Prozentpunkten, im Winter waren es noch +23,4. „Zahlreiche Risikofaktoren belasten die Aussichten unserer Unternehmen: Protektionismus, Fachkräftemangel und Materialknappheit werden zu echten Wachstumsbremsen“, erläuterte Ferfers.

Dennoch wird der Beschäftigungsaufbau in der oberfränkischen M+E Industrie weitergehen: Wie vor einem halben Jahr wollen 38 Prozent der Unternehmen am Inlandsstandort neue Jobs schaffen, 23 Prozent befürchten jedoch, Stellen abbauen zu müssen. Im Dezember lag dieser Anteil erst bei zwölf Prozent. „Derzeit gibt es in Oberfranken rund 60.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektro-Industrie. 2018 erwar-
ten wir einen Zuwachs von weiteren 1.000 Stellen“, so Ferfers.

Gleichzeitig warnen die M+E Arbeitgeber vor dem wachsenden Arbeitskräftemangel. „Der Fachkräfte-
mangel
bremst das Wachstum. Fast 48 Prozent der oberfränkischen M+E Unternehmen sehen ihre Produktions- und Geschäftstätigkeit durch fehlende Arbeitskräfte erheblich beeinträchtigt, weitere 39 Prozent immerhin noch in geringem Maße“, betonte Ferfers. Gesucht werden von Bayerns M+E Betrieben vor allem Ingenieure, Informatiker und IT-Facharbeiter.

Laut bayme vbm ist der Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Unternehmen wichtig für die Zukunft des Freistaats. Das internationaleUmfeld bereitet aber Sorgen. So sehen 90 Prozent der Unternehmen im Protektionismus die größte Beeinträchtigung für ihre Geschäftstätigkeit. „Ein Handelskrieg durch Zölle und weitere Beschränkungen wäre Gift für unsere Industrie. Wir bekennen uns daher klar zum Freihandel. Dieser bringt Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand – und zwar für alle“, erklärte Ferfers.


Drucken
Kontakt
Ansprechpartner

Ulla Wolfshöfer

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Ulla Wolfshöfer
nach oben