Letzte Aktualisierung: 23. Oktober 2019

Pressemitteilung

M+E Industrie: Höchster Stand bei der Kurzarbeit seit 2010 / Brossardt: „Beschäftigungsaufbau geht zu Ende“

23.10.2019 - München

Der langjährige Beschäftigungsaufbau in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie geht zu Ende und die Rezession hinterlässt auf dem Arbeitsmarkt erste Spuren. „Zwar wurde das Vorjahresniveau der Beschäftigung in der M+E Industrie im August noch um 0,6 Prozent übertroffen. Saisonbereinigt ist sie jedoch im Juli und August um über 1.000 auf 872.066 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gesunken“, so bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Dazu passt auch die Tendenz, dass die Beschäftigungspläne der bayerischen M+E Betriebe den fünften Monat in Folge negativ ausfallen.

Gleichzeitig ist die Kurzarbeit deutlich gestiegen. „Fast 14 Prozent der bayerischen M+E Betriebe arbeiten aktuell kurz. Das ist der höchste Stand seit 2010. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit hat sich somit in den letzten drei Monaten mehr als verdoppelt. Das ist eindeutiges Signal, dass die Unternehmen sich auf wirtschaftlich schwierige Zeiten vorbereiten“, kommentierte bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die Ergebnisse des ifo-Konjunkturtests Bayern. Weitere 21 Prozent der M+E Unternehmen planen die Einführung von Kurzarbeit in den kommenden drei Monaten.

Besonders die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen setzen mit aktuell 27 Prozent auf eine vorübergehende Verringerung der regelmäßigen Arbeitszeit. Für die Zukunft sind es sogar 34 Prozent. Im Maschinenbau haben 12 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit eingeführt, insgesamt planen sogar 27 Prozent der Betriebe Kurzarbeit für die nächsten drei Monate. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Herstellern von Metallerzeugnissen: 13 Prozent haben bereits Kurzarbeit eingeführt, insgesamt 21 Prozent denken über diese Option für die kommenden drei Monate nach.

„Die Herausforderungen an unsere Unternehmen steigen kontinuierlich. Der Standort 'Deutschland' hat in den vergangenen Jahren klar an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Die Politik muss dem entgegenwirken. Wir brauchen moderne und wettbewerbsfähige Tarifverträge, die Mindestbedingungen für die M+E Industrie festschreiben. Die Tarifverträge müssen weniger komplex und weniger teuer sein und betriebsindividuelle Lösungen zulassen“, forderte Brossardt.


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