Letzte Aktualisierung: 15. Dezember 2017

Pressemitteilung

Neuauflage der GroKo? Erwartungen der unterfränkischen Wirtschaft an die künftige Bundesregierung / Wolfgang Fieber: „Wieder mehr Wirtschaft wagen“

13.12.2017 - Würzburg

„Unseren Unternehmen stehen mit der globalen Konkurrenz, der digitalen Transformation und dem Fach-
kräftemangel gewaltige Herausforderungen gegenüber. Um sie zu meistern, brauchen sie die passenden Rahmenbedingungen. Die künftige Bundesregierung muss nach Jahren ausgedehnter Sozialpolitik die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts stärken und wieder mehr Wirtschaft wagen“, fasst Wolfgang Fieber, Vorstandsvorsitzender der Bezirksgruppe Unterfranken der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., die Erwartungen der unterfränkischen Wirtschaft zusammen.

Die vbw und die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber bayme vbm setzen darauf, dass der Staat den dringend notwendigen Auf- und Ausbau modernster digitaler Infrastruktur vorantreibt. Dazu gehört maßgeblich der Breitbandausbau. Fieber dazu: „Dank der seit 2013 laufenden Breitbandoffensive des Freistaats verfügen heute zwar knapp drei Viertel der Haushalte in Bayern über schnelles Internet. Allerdings hinkt der ländliche Raum hinterher: In manchen Kommunen in Unterfranken haben immer noch rund 20 Prozent der Haushalte keinen Zugang zu schnellem Internet. Die Lücken müssen schleunigst geschlossen werden.“

Die Verkehrsinfrastruktur in der Region ist nach Ansicht der unterfränkischen Wirtschaft im Großen und Ganzen leistungsfähig – allerdings hakt es an einigen empfindlichen Stellen. „Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen wir die folgenden Projekte schnell verwirklichen: den Ausbau der A 3 bis zum Kreuz Fürth / Erlangen, den Ausbau der B 26n, die das Autobahndreieck Schweinfurt / Werneck mit der A 3 westlich von Würzburg verbinden soll, sowie die vierspurige Verlängerung der B 469 zwischen der A 3 und der A 45 Richtung Hanau“, unterstreicht Fieber.

Zwingend erforderlich ist nach Ansicht von vbw und bayme vbm eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. „In der Arbeitswelt 4.0 brauchen wir auch Arbeitszeitregelungen 4.0. Die gesetzlichen Leitplanken müssen sich den veränderten Arbeits- und auch Lebensumständen von heute und morgen anpassen“, betonte Fieber und erklärte: „Es geht nicht um eine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern um die Möglichkeit, diese flexibler zu verteilen – konkret um eine wöchentliche statt tägliche Betrachtung der Höchstarbeitszeit.“

Eine teilweise Absenkung der Arbeitszeit – wie die IG Metall dies in der aktuellen Tarifrunde in der M+E-Industrie fordert – lehnen die Verbände dagegen klar ab. „Die Forderungen der IG Metall sind Gift für unsere Wirtschaft. Eine solche Arbeitszeitverkürzung passt überhaupt nicht in die heutige Arbeitswelt: Insgesamt summiert sich der Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung mit dem zugleich geforderten Teillohnausgleich auf mehr als 33.000 Vollzeitarbeitsplätze in Bayern. Das wäre in Zeiten des Fachkräftemangels verheerend“, kommentiert Fieber und erläutert: „In Unterfranken ist die Situation bereits jetzt hoch problematisch: Bei uns kommen auf jede offene Stelle 1,7 Arbeitslose – und das ungeachtet der passenden Qualifikation. In der M+E-Industrie ist die Lage noch viel dramatischer: Das Verhältnis liegt hier bei 0,6. Im Klartext: Die fehlenden Fachkräfte werden nicht ersetzbar sein.“

„Wohlstand entsteht und besteht nur durch Wirtschaftskraft. Damit unser Land auch in zehn Jahren erfolgreich ist, müssen jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Wir brauchen daher so schnell wie möglich eine dauerhaft stabile und handlungsstarke Regierung. Sie muss die Weichen rasch auf Wachstum und Zukunftsfähigkeit stellen“, so Fieber.

Dr.-Ing. Hubert P. Büchs, Geschäftsführender Gesellschafter der JOPP Holding GmbH und Vorstandsmitglied der bayme Region Main und Rhön, fügt hinzu: „Parteien, die wiedergewählt werden wollen, können und dürfen sich einer Mitwirkung bei der Regierungsbildung nicht entziehen.“ Mit Blick auf die Tarifverhandlungen in der M+E Industrie sagte Büchs: „Lohnerhöhungen können nicht höher sein als die Preis- und Produktivitätssteigerung abzüglich der Sachkostensteigerung. Die Gewerkschaften überziehen hier wider besseren Wissens.“

Josef Ramthun, Geschäftsführer der Franken Guss GmbH & Co.KG und Vorstandsmitglied der bayme Region Main und Rhön, ergänzt: „Mit dem Scheitern von Jamaika hat Deutschland eine Chance vertan. In einer erneuten GroKo werden die Unternehmer wohl einen hohen Preis zahlen. Während in den USA Steuersenkungen beschlossen werden, fordert die SPD die Erhöhung des Spitzensteuersatzes. Gleich-
zeitig lassen die Forderungen der IG Metall jedes Maß vermissen. Verantwortung für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes sieht anders aus!“


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