Letzte Aktualisierung: 01. September 2017

Pressemitteilung

Neuer Exportrekord in Bayerns M+E Industrie – aber Vorsicht / Brossardt: „Sachliche Debatte statt emotionale Generaldiskussion“

01.09.2017 - München

Die Unternehmen in Bayerns wichtigstem Industriezweig, der Metall- und Elektro-Industrie, verzeichneten im ersten Halbjahr 2017 ein erneutes Exportplus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das teilen die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm mit. „Die Ausfuhren bayerischer M+E Produkte machten 69 Prozent der gesamten bayerischen Exporte aus und summierten sich im ersten Halbjahr 2017 auf 65,8 Milliarden Euro – ein neuer Rekordwert“, erklärt bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Zur Branchenbetrachtung: Besonders zugelegt hat der Export von Maschinen mit +11,0 Prozent. Negativ hat sich hingegen mit -3,4 Prozent die Ausfuhr von Fahrzeugen entwickelt. Der Export der Warengruppe „PKW und Wohnmobile“ ging sogar um 7,7 Prozent zurück. „Wir müssen jetzt dringend die unsachliche und emotionale Kritik über deutsche Automobile und die Antriebstechnologie beenden, damit unsere Unternehmen international erfolgreich bleiben. Das führt dann auch wieder zu mehr Exporten“, sagt Brossardt.

Mit Blick auf die einzelnen Absatzmärkte haben sich besonders die USA, Bayerns bedeutendster Exportmarkt, positiv entwickelt: Nach einer schwachen Vorjahresentwicklung stiegen die Exporte um 6,8 Prozent auf knapp 8,9 Milliarden Euro. Die M+E Exporte nach Japan wuchsen mit einem Plus von 8,2 Prozent ebenfalls kräftig. „Für das Ausfuhrplus spielen Wechselkurseffekte und die positive Entwicklung der japanischen Wirtschaft eine Rolle. Sie wächst seit mittlerweile sechs Quartalen in Folge und es wird viel investiert“, erklärt Brossardt. Die Exporte in das Vereinigte Königreich sind hingegen um 12,2 Prozent zurückgegangen. „Das liegt zum einen an der Unsicherheit durch den Brexit und der damit einhergehenden Investitionszurückhaltung. Zum anderen sorgt das schwache Pfund Sterling für Kaufzurückhaltung“, erklärt Brossardt. In die Türkei sind die M+E Exporte aufgrund des Verfalls der Türkischen Lira gar um 31,3 Prozent eingebrochen.

„Die Entwicklung der Ausfuhren von Bayerns Leitindustrie ist sowohl im Hinblick auf die Länder als auch auf die Warengruppen sehr heterogen. Deshalb ist trotz des Exportrekords Vorsicht geboten. Wir benötigen global gesehen politische Stabilität und müssen im Inland alles dafür tun, dass der Industriestandort Deutschland und Bayern wettbewerbsfähig bleibt – das gilt besonders auf der Kostenseite“, mahnt Brossardt.


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