Letzte Aktualisierung: 10. April 2013

Pressemitteilung

Niederbayerische M+E-Industrie: Lage im zweiten Halbjahr 2012 noch gut, 2013 erhebliche Eintrübung erwartet

16.01.2013 - Passau

Die wirtschaftliche Lage in der niederbayerischen M+E- Industrie hat sich im zweiten Halbjahr 2012 etwas abgekühlt. Die Branche steht aber im Bayernvergleich noch immer sehr gut da. Für die erste Jahreshälfte 2013 ist allerdings mit einer erheblichen Verschlechterung zu rechnen. Das ist das Ergebnis der halbjährlichen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber bayme vbm unter ihren Mitgliedsbetrieben in der Region. Wolfram Hatz, Vorsitzender des Vorstands der bayme vbm Region Niederbayern: „In diesem Jahr wird es aber bestenfalls eine Seitwärtsbewegung geben. Verantwortlich hierfür sind die mäßige Entwicklung der Weltkonjunktur, die Rezession in der Eurozone sowie die Investitionsschwäche im Inland.“

Beim Inlandsgeschäft liegt der Saldo aus den aktuellen positiven und negativen Einschätzungen bei etwas über +30 Prozent. Allerdings betrug der Saldo im Sommer noch +40 Prozent. „Dagegen hat sich die Situation im Exportgeschäft gegen den bayerischen Trend von einem hohen Niveau (gut 65 Prozent) aus sogar leicht auf 69 Prozent verbessert. Anders sieht es bei den Erwartungen aus: Der Saldo der inländischen Erwartungen liegt bei gut -34 Prozent, in Bayern sind es -10 Prozent. Beim Auslandsgeschäft halten sich positive und negative Erwartungen der niederbayerischen Unternehmen die Waage“, sagte Hatz.

Die Produktionspläne der Firmen sind mit -4,4 Prozent per Saldo negativ. „Für das erste Halbjahr 2013 müssen wir uns auf einen Rückgang der Produktion einstellen, im Gesamtjahr wird der Output allenfalls auf gleichem Niveau wie in 2012 liegen. Das heißt im Klartext Stagnation.“ Die Investitionspläne befinden sich ebenfalls unterhalb der Nulllinie, hier beträgt der Saldo -15 Prozent. Auch die Beschäftigungspläne sind mit einem Saldo von -5,6 Prozent negativ. „Im kommenden Jahr erwarten wir einen Rückgang von 300 Stellen in der niederbayerischen M+E-Industrie“, so Hatz.

Hatz fordert, dass die M+E-Tarifparteien 2013 der schwachen konjunkturellen Entwicklung Rechnung tragen müssen. „Nachdem der Tarifabschluss 2012 mit 4,3 Prozent im Zeichen einer kräftigen Entgelterhöhung stand, müssen wir in der kommenden Tarifrunde zu einer vernünftigen Lohnpolitik zurückkehren. Diese muss gekennzeichnet sein durch eine deutlich moderate Lohnerhöhung sowie eine Rückkehr zu flexiblen Öffnungsklauseln, wie wir sie aus früheren Tarifabschlüssen kennen.“


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